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Häufige Fragen und Antworten (FAQ) zum PSA-Wert

17. Juli 2026 | von Ingrid Müller - Chefredakteurin, aktualisiert und medizinisch geprüft

Zum PSA-Wert gibt es viele Fragen: Was ist der PSA-Wert? Was sagt ein PSA-Test aus? Ab wann gilt das PSA als erhöht? Was kostet der Test und wer bezahlt ihn? Alle Antworten auf einen Blick!

Was ist der PSA-Wert?

PSA ist die Abkürzung für Prostata-spezifisches Antigen. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das ausschließlich die Zellen der Prostata bilden: Gesunde Prostatazellen stellen es her, aber Prostatakrebszellen in höheren Mengen. 

PSA besitzt einige wichtige Funktionen. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Samenflüssigkeit, verdünnt das Sekret und sorgt dafür, dass sich die Samenzellen (Spermien) besser bewegen können. In geringen Mengen ist PSA auch im Blut nachweisbar – und das macht man sich beim PSA-Test zunutze. Ärztinnen und Ärzte bestimmen den PSA-Wert aus dem Blut. Sie müssen also nur eine Blutprobe abgeben. 

Bei jedem Mann gelangen ständig geringe Mengen PSA ins Blut, weil die Prostata gut durchblutet ist. Bei gesunden, jungen Männern bleibt der PSA-Wert aber unter einer bestimmten Grenze. Im Alter steigt das PSA gewöhnlich an.

PSA-Werte richtig lesen

Alles über freies und gebundenes PSA, die PSA-Dichte, PSA-Anstiegsgeschwindigkeit, PSA-Verdoppelungszeit und den PSA-Quotient. 

Prostata Hilfe Deutschland: Illustrationsbild Prostata
© Kateryna Kon/Adobe Stock

Wie hilft der PSA-Wert in der Früherkennung von Prostatakrebs?

Übersteigt der PSA-Wert im Blut eine bestimmte Grenze oder erhöht er sich ungewöhnlich schnell, kann dies ein früher Hinweis auf Prostatakrebs (Prostatakarzinom) sein. Grundsätzlich gilt: Je höher der PSA-Wert ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Prostatakarzinom dahinter verbirgt. Es gibt aber auch eine Reihe harmloser Ursachen, die den PSA-Wert ansteigen lassen. Dazu gehören zum Beispiel eine Prostataentzündung oder eine gutartige Prostatavergrößerung.  

Was sind die Empfehlungen zur Früherkennung mittels PSA?

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen bisher nur die jährliche Tastuntersuchung (DRU) ab dem 45. Lebensjahr als Früherkennungsmaßnahme, die aber als viel zu ungenau gilt. Der PSA-Test ist derzeit noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und Sie müssen die Kosten selbst tragen (als Individuelle Gesundheitsleistung = IGeL).

Die Früherkennung von Prostatakrebs soll jetzt allerdings neu geordnet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften eine risikoangepasste Früherkennungsstrategie entwickelt. Zukünftig soll der PSA-Wert ab dem 45. Lebensjahr bestimmt werden. Die Kontrollintervalle und das weitere Vorgehen hängen davon ab, wie hoch der PSA-Wert und das persönliche Risiko für Prostatakrebs sind. Manche Männer besitzen ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs, etwa wenn Familienmitglieder erkrankt sind. Bei Verdachtsfällen und Unklarheiten soll zudem die Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz kommen. Die Tastuntersuchung als alleinige Maßnahme zur Früherkennung steht somit vor dem Aus. 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) berät derzeit über den Vorschlag. Dieses Gremium entscheidet, ob eine Leistung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird. Bis zu einer Entscheidung für oder gegen ein PSA-gestütztes Screening kann es aber noch einige Jahre dauern. Bis dahin müssen Sie die Kosten für den PSA-Test von rund 35 Euro selbst bezahlen.

Anders ist es bei Männern, die schon an Prostatakrebs erkrankt sind: Hier hat der PSA-Test einen wichtigen Stellenwert bei der Kontrolle. Die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten dafür. 

Wie oft sollten Männer den PSA-Wert bestimmen lassen?

Der neue Vorschlag zum risikoangepassten Screening sieht diese Empfehlungen vor:

PSA-Wert

Risiko

Kontrolle

PSA ≤1,5 ng/ml  niedrigalle fünf Jahre
PSA 1,5–2,99 ng/ml mittel alle zwei Jahre
PSA ≥3 ng/ml (kontrolliert)  hochKontrolle innerhalb von drei Monaten und weitere Einflussfaktoren berücksichtigen - dann weitere Diagnostik

Die weitere Diagnostik bei einem PSA-Wert ≥3 ng/ml umfasst zunächst den Besuch bei einer Urologin oder einem Urologen. Bestätigt sich das Risiko für Prostatakrebs, sollte sich eine Magnetresonanztomografie (MRT) der Prostata anschließen. Damit bekommt die MRT in der Früherkennung von Prostatakrebs mehr Bedeutung.

Neue Krebsfrüherkennung

Lesen Sie, warum PSA-Test und MRT die Tastuntersuchung bei der Früherkennung von Prostatakrebs ersetzen sollen.

Prostata Hilfe Deutschland: Ärztin zieht sich Handschuhe an
(c) alessandroguerriero/istockphoto

Bedeutet ein normaler PSA-Wert, dass sicher kein Prostatakrebs vorliegt?

Ein normaler PSA-Wert ist keine Garantie dafür, dass kein Prostatakarzinom vorliegt. Umgekehrt bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht zwangsläufig, dass Sie Prostatakrebs haben. Manchmal zeigt sich ein bösartiger Tumor in der Prostata nicht durch einen erhöhten PSA-Wert. 

Lassen sich beim Abtasten der Prostata Auffälligkeiten nachweisen, werden diese immer zeitnah abgeklärt. Das gilt auch für den Fall, dass der PSA-Wert im Normbereich liegt. Dennoch gilt der PSA-Wert als empfindlicher Biomarker, um Prostatakrebs frühzeitig aufzuspüren. 

Wie hilft der PSA-Wert bei einer Prostatakrebserkrankung?

Ärztinnen und Ärzte ziehen den PSA-Wert nicht nur zur Früherkennung von Prostatakrebs heran, sondern auch, um den Erfolg einer Krebsbehandlung und den Verlauf der Prostatakrebserkrankung zu beurteilen. Steigt der PSA-Wert im Blut nach einer erfolgreichen Krebstherapie erneut an, ist dies ein Hinweis darauf, dass der Prostatakrebs zurückgekehrt ist. Das Wiederauftreten eines bösartigen Tumors wird als  Rückfall oder Rezidiv bezeichnet.

Wie aussagekräftig ist der PSA-Test?

Der PSA-Wert ist der empfindlichste verfügbare Biomarker, der Hinweise auf Prostatakrebs geben kann. Er besitzt aber auch einige Nachteile. So kann ein PSA-Test  falschen Alarm schlagen, also ein falsch-positives Ergebnis liefern. Dann ist der PSA-Wert zwar erhöht, aber die anschließende Biopsie ergibt, dass kein Prostatakrebs vorliegt. Für viele Männer bedeutet diese Situation eine Beunruhigung, Ängste und Sorgen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass ein Prostatakrebs diagnostiziert und behandelt wird, der einem Mann womöglich keine Probleme bereitet hätte. Man spricht von Überdiagnosen und Übertherapien. Oft entwickelt sich Prostatakrebs erst in höherem Alter und in vielen Fällen wächst er langsam. Zu Lebzeiten hätte der betroffene Mann die Auswirkungen unter Umständen gar nicht zu spüren bekommen.

Ein PSA-Screening ist nur dann sinnvoll, wenn klar belegt ist, dass der Nutzen (Sterblichkeit aufgrund von Prostatakrebs senken) den möglichen Schaden in Form von Überdiagnosen und Übertherapien überwiegt. 

PSA-Früherkennung – Vor- und Nachteile in Zahlen

Was geschieht, wenn 1000 Männer einem PSA-Screening teilnehmen? Diese Fragen haben sich Forschende gestellt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) hat den Nutzen und Schaden in Zahlen gepackt – sie sind allerdings nur Schätzungen.

Wenn 1.000 Männer im Alter von 55 und 69 Jahren über 16 Jahre an der PSA-Früherkennung teilnehmen, seien folgende Ergebnisse zu erwarten:

  • 620 Männer haben unauffällige PSA-Werte.
  • 380 Männer haben einen erhöhten PSA-Wert. Meist wird anschließend Gewebe aus der Prostata entnommen und im Labor auf Krebszellen untersucht. 

 

Für die 380 Männern nach einer Biopsie sind diese Ergebnisse zu erwarten:

  • Bei ungefähr 250 Männern stellt nach der Analyse der Gewebeprobe heraus, dass kein Prostatakrebs vorliegt. Der PSA-Test hat also falschen Alarm geschlagen. 
  • Bei rund 130 Männern sind Krebszellen nachweisbar. Bei bis zu 60 dieser Männer wäre der Krebs ohne Früherkennung nie aufgefallen – und hätte zu Lebzeiten nie Probleme verursacht. Manche Männer erhalten eine Behandlung, die sie vielleicht nicht gebraucht hätten. Dieser Nachteil lässt sich eventuell verringern, wenn vor der Biopsie eine MRT stattfindet – dies empfehlen die Fachgesellschaften.

 

Etwa 3 von 1.000 Männern werden davor bewahrt, Metastasen zu entwickeln und an ihrem Prostatakrebs zu sterben.

Textvorlage: Martina Häring

Quellen:

  • S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 8.1, Stand: August 2025, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/2025-08-22_LL_Prostatakarzinom_Langversion_8.1.pdf (Abruf: 17.7.2026)
  • Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU), https://www.urologenportal.de/pressebereich/pressemitteilungen/aktuell/s3-leitlinie-zum-prostatakarzinom-aktualisiert-psa-test-als-neuer-standard-in-der-frueherkennung.html (Abruf: 17.7.2026)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/der-psa-test-zur-frueherkennung-von-prostatakrebs.html (Abruf: 17.7.2026)
  • IGeL-Monitor, https://igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/psa-test-zur-frueherkennung-von-prostatakrebs.html (Abruf: 17.7.2026)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1290  (Abruf: 17.7.2026)
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/prostatakrebs/frueherkennung (Abruf: 17.7.2026)