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Erhöhter PSA-Wert: Das kann dahinter stecken!

23. März 2018

Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht zwangsläufig Prostatakrebs. Welche Ursachen es haben kann, wenn der PSA-Wert zu hoch ist, erklärt der Urologe Dr. Frank Schiefelbein im Video-Interview.

 

Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht zwingend, dass ein Mann Prostatakrebs hat. Was kann den PSA-Wert klettern lassen?

Ein erhöhter PSA-Wert kann verschiedenste Ursachen haben. So kann zum Beispiel eine Entzündung oder Reizung jederzeit das prostataspezifische Antigen (PSA) in die Höhe schnellen lassen. Ärzte wissen, dass der PSA-Wert sehr störanfällig ist. Ein einmalig erhöhter PSA-Wert alleine lässt also noch keine Rückschlüsse darauf zu, ob ein Mann Prostatakrebs hat oder nicht.

 

Erhöhter PSA-Wert – was passiert dann?

Zunächst sollten Ärzte hinterfragen, warum der PSA-Wert so hoch ist. Tatsächlich steckt oft eine andere Ursache als ein Prostatakrebs dahinter, die harmlos ist. Wichtig ist es zum Beispiel, eine Infektion im Harntrakt auszuschließen. Ein erhöhter PSA-Wert am nächsten Tag ist zudem oft auf eine Fahrradtour oder Geschlechtsverkehr am Vorabend zurückzuführen. 

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Deshalb sollten Ärzte auch nicht bei einem einmalig gemessenen Wert gleich die gesamte die gesamte Krebsdiagnostik in Gang setzen, zum Beispiel eine Stanzbiopsie vornehmen. Wenn der PSA-Wert erhöht ist, sollten Ärzte das prostataspezifische Antigen im Blut erneut bestimmen.

 

Kein erhöhter PSA-Wert: Ist Prostatakrebs dann ausgeschlossen?

Leider gibt es auch Männer, die dennoch Prostatakrebs haben, obwohl sich kein erhöhter PSA-Wert nachweisen lässt. Bei etwa 10 bis 15 Prozent der Männer mit Prostatakrebs messen Ärzte einen normalen oder sogar erniedrigten PSA-Wert. Das zeigt: Der PSA-Wert ist zwar ein Baustein, aber nicht das alleinige Mittel zur Diagnose von Prostatakrebs. Das Zusammenführen verschiedener Puzzleteile wie die Ultraschalluntersuchung, der Tastbefund, PSA-Wert oder die Kernspintomografie (MRT) geben später wie ein Mosaik doch ein relativ genaues Bild ab. Das gilt auch, wenn einmal ein Baustein in der Diagnostik versagt.