© KKolosov/Pixabay.com
Zurück zur Übersicht

Wie der Pathologe den Befund bei Prostatakrebs erstellt - im Video erklärt

17. Februar 2022 | von Martina Häring
Aktualisiert und medizinisch geprüft am 17.2.2022
Ingrid Müller, Chefredakteurin und Medizinjournalistin

Erfahren Sie im Video-Interview, wie ein Pathologe die Prostata nach einer Op unter dem Mikroskop begutachtet, was er sieht und welche Schlüsse er daraus ziehen kann.

Der pathologische Befund ist für Ärzte, Ärztinnen und Männer mit Prostatakrebs besonders wichtig. Denn er zeigt einige Charaktersitika des Prostatakrebses. Und davon hängt die gewählte Krebstherapie entscheidend ab. Daher warten Urologen und Patienten auf den pathologischen Befund meist mit großer Nervosität und Anspannung. Wir haben für Sie in der Würzburger Pathologie ein Video gedreht! Erfahren Sie, wie ein Pathologe den Befund genau erstellt.

 

Worauf achtet der Pathologe beim Befund?

Bei der Erstellung des pathologischen Befunds der Prostata seien drei Dinge wichtig, erklärt der Würzburger Pathologe Prof. Andreas Rosenwald:

  1. Zunächst geht es darum, dem Krebs einen Namen zu geben. Das sei bei Prostatakrebs nicht so schwierig, da es sich in der Regel um ein sogenanntes Adenokarzinom handelt – also einen Tumor, der seinen Ausgang von Drüsengewebe nimmt.
  2. Außerdem bestimmt der Pathologe die Ausdehnung des Tumors im untersuchten Präparat – also der Prostata. Er stellt fest, ob der Tumor bereits eine Metastase (Tochtergeschwulst) gebildet hat, beispielsweise in einem Lymphknoten. Oft entfernen Chirurgen während der radikalen Prostatektomie zusätzlich zur Prostata einige Lymphknoten aus dem umliegenden Bereich. Außerdem untersucht der Pathologe, wie aggressiv der Prostatakrebs ist.
  3. Abschließend macht sich der Pathologe ein Bild davon, ob der Chirurg den Tumor bei der Operation komplett “im Gesunden” entfernt hat. „Das sind genau die Fragen, die unsere klinischen Kolleginnen und Kollegen beantwortet haben möchten“, erklärt Rosenwald.

Prostata im Labor

Werfen Sie im Video einen Blick hinter die Kulissen der Pathologie! Erfahren Sie, was dort mit der Prostata passiert.

 

Befund - zwei bis vier Tage Geduld

Für einen Befund mit sämtlichen Informationen und Charakteristika des Krebses benötigt der Pathologe oder die Pathologin etwa zwei bis vier Werktage. Dann wurde eine Art „Fingerabdruck des Tumors“ erstellt mit Informationen zu:

  • Tumorart
  • Tumorgröße
  • Stadium und Ausdehnung
  • Aggressivität des Prostatakrebses
  • Vorhandensein von Metastasen
  • komplette Entfernung des Krebses: Im Randsaum des Präparates dürfen keine Krebszellen mehr nachweisbar sein. Ärzte sagen dazu auch, der Krebs wurde „im Gesunden entfernt“.

 

Enge Absprache mit dem Urologen beim Befund

Hat der Pathologe Schwierigkeiten beim Befund, hält er immer Rücksprache mit dem Urologen, der den Patienten operiert hat. Gemeinsam diskutieren sie offene Fragen und erstellen schließlich gemeinsam den pathologischen Befund. Auch im Rahmen der  Tumorkonferenzen kommen problematische Fälle zur Besprechung auf den Tisch. Hier treffen sich Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, um Patienten individuell die Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.