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Bestrahlung bei Prostatakrebs erhöht das Sterberisiko

16. März 2018 | von Martina Häring

Männer mit Prostatakrebs haben nach einer Strahlentherapie womöglich ein erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer anderen Krebsart zu sterben. Es gebe jedoch Unterschiede bezüglich der Art der Strahlentherapie, berichten kanadische Forscher.

Die Bestrahlung bei Prostatakrebs ist ein wichtiger Therapiebaustein, weil sie die Heilungschancen verbessert. So versuchen Ärzte, eventuell noch vorhandene Krebszellen mit Strahlen zu bekämpfen und sie so an der Ausbreitung zu hindern. Betroffene Männer sterben dann oft nicht an ihrem Prostatatakrebs, sondern an einer ganz anderen Erkrankung. Doch womöglich nimmt nach einer Strahlentherapie das Risiko zu, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder anderen Krebsarten zu erliegen. Dieses Risiko hängt offenbar davon ab, auf welche Art und Weise Radiologen die Bestrahlung bei Prostatakrebs verabreichen. Dies berichten jetzt kanadische Forscher von der University of Toronto.

 

Bestrahlung bei Prostatakrebs oder Operation

Das Forscherteam um Christopher Wallis verfolgte Patienten mit einem Prostatakrebs, der noch nicht in andere Organe gestreut hatte. Er hatte demnach keine Metastasen gebildet, die als besonders gefährlich gelten. im Frühstadium ist der Krebs nämlich noch auf die Prostata beschränkt und die Prognose ist damit sehr gut. Im Schnitt wurden die männlichen Probanden über 7,4 Jahre beobachtet.

Die Forscher verglichen in ihrer Studie knapp 5.400 Patientenpaare miteinander. Die Männer waren einander ähnlich, was ihre Lebensgewohnheiten, das Alter oder Begleiterkrankungen betraf. Auch hinsichtlich ihrer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Einnahme zusätzlicher Medikamente waren die Probanden miteinander vergleichbar. Die einen Studienteilnehmer unterzogen sich einer Bestrahlung bei Prostatakrebs, bei den anderen wurde das Prostatakarzinom operiert.

 

Besonders gefährlich: Bestrahlung bei Prostatakrebs von außen

Das Ergebnis: Männer hatten nach einer Strahlentherapie ein höheres Risiko als operierte Männer, an einer anderen Krebsart als an ihrem Prostatakrebs zu sterben. Zudem war ihr Risko für den Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach der Bestrahlung erhöht. Allerdings fanden die Forscher Unterschiede bei der Art der angewendeten Strahlentherapie. Erhöht war das Sterberisiko nur bei einer Bestrahlung von außen (Teletherapie), nicht aber bei einer Bestrahlung von innen (Brachytherapie).

 

Quelle