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Diagnose Prostatakrebs: Diese Untersuchungen kommen auf Sie zu

23. Januar 2018

Bei Ihnen wurde die Diagnose Prostatakrebs gestellt? Erfahren Sie im Video-Interview, welche Diagnostik nun auf Sie zukommt.

 

In welchen Situationen muss man überhaupt nachschauen, ob der Tumor bereits Metastasen gestreut hat, ob es sich um ein fortgeschrittenes Stadium handelt?

Wir haben Hinweise auf einen fortgeschrittenen Tumor, wenn sich der Tumor im Tastbefund als fortgeschritten erweist, wenn man also ertasten kann, dass er bereits größer ist. Auch wenn der PSA-Wert einen gewissen Wert überschreitet, kann das auf ein fortgeschrittenes Stadium hindeuten. Hier gilt als Grenzwert ein PSA über 20 ng/ml. Wenn eines dieser Kriterien vorliegt, strebt man eine weiterführende Diagnostik an.

 

Wie sieht die weiterführende Diagnostik aus?

Bei einer weiterführenden Diagnostik suchen wir nach den häufigsten Tochtergeschwülsten, die bei Prostatakrebs vorkommen: Knochenmetastasen und Lymphknoten-Metastasen. Denn bei einer Ausbreitung über die Blutbahn ist am häufigsten das Skelettsystem betroffen, am zweithäufigsten die Lunge. Bei einer Absiedlung über die Lymphbahnen können die Lymphknoten im Beckenraum betroffen sein.

Um die Lymphknoten des Beckenraums zu untersuchen, würde man unter Umständen eine Computertomografie (CT) des Beckens machen. Und um nach Knochenmetastasen zu fahnden, würde man eine Skelettszintigraphie machen: Also eine szintigraphische Untersuchung der Knochen nach Auffälligkeiten.

 

Gibt es Beschwerden, die darauf hindeuten, dass der Krebs schon fortgeschritten ist?

Ja. Wir haben durchaus manchmal die Situation, dass Patienten zum Urologen gehen, weil sie Rückenschmerzen haben und im Bereich der Wirbelsäule oder des Beckens Veränderungen bereits Knochenveränderungen nachgewiesen wurden. Dann muss man nach dem Herd suchen, der zu diesen Veränderungen geführt hat. Und das ist bei Männern einer bestimmten Altersgruppe – 50 bis 70 Jahre und aufwärts – nicht selten ein Prostatakarzinom.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man bei Rückenschmerzen als erstes an Prostatakrebs denken sollte. Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, die in den meisten Fällen orthopädische Ursachen hat. Aber es kann eben auch einmal ein Symptom eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms sein.