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Prostata Hilfe Deutschland: Illustrationsbild Fatigue - Schlafender Mann © Olichel/Pixabay.com

Fatigue bei Krebs – Ursachen, Symptome, Behandlungen

08. Mai 2026 | von Ingrid Müller - Chefredakteurin, aktualisiert und medizinisch geprüft

Fatigue bei Krebs ist keine Seltenheit. Viele fühlen sich übermäßig müde, antriebslos und erschöpft – körperlich, seelisch und geistig. Aber es gibt Behandlungen und Strategien, die im Alltag helfen können.

Kurzübersicht

  • Was ist Fatigue? Nicht einfach nur Müdigkeit, sondern eine Erschöpfung, die den Körper, die Seele und den Geist erfasst
  • Häufigkeit: bis zu 90 Prozent aller Krebskranken haben zumindest zeitweise mit der Fatigue zu tun, kann Wochen, Monate oder sogar Jahre andauern
  • Symptome: z.B. Müdigkeit, großes Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit, Leistungsschwäche, geringe Belastbarkeit, Verlust von Motivation und Interessen, sozialer Rückzug
  • Ursachen: verschieden, oft Krebserkrankung selbst, Krebstherapien (zum Beispiel OP, Chemotherapie, Bestrahlung), weitere Begleiterkrankungen
  • Behandlung: Bewegungstraining, Verhaltenstherapie/Psychotherapie, Mind-Body-Verfahren, Alltagsstrategien entwickeln 
  • Tipps bei Fatigue: darüber reden, sich nicht über- oder unterfordern, nach vorne blicken, “Energiequellen” suchen

Was ist Fatigue bei Krebs? 

Fatigue ist eine übermäßige Müdigkeit und Erschöpfung, die den Körper, Geist und die Seele erfassen kann. Mit einer normalen Müdigkeit, die wohl alle Menschen nach körperlichen, psychischen und geistigen Anstrengungen kennen, hat die Fatigue nichts zu tun. Den Zustand der Fatigue beschreiben viele Menschen so: Sie fühlen sich antriebslos, energielos, ausgelaugt, erschöpft und verspüren eine extreme Müdigkeit. 

Verschiedene Faktoren können einen Menschen ermüden lassen, zum Beispiel  Stress, lange Reisen, ausufernde Meetings oder intensiver Sport. Nach einer Erholungsphase sind die meisten jedoch wieder fit und können mit neuer Tatkraft in ihren Alltag starten.

Anders ist es bei der Fatigue: Typisch ist, dass auch regelmäßige Ruhepausen und ausreichender Schlaf die übermäßige Erschöpfung nicht bessern können. Die Antrieblosigkeit, Lustlosigkeit, Mattigkeit und Müdigkeit werden zum täglichen Begleiter. Sie stehen in keinem Verhältnis zu den vorausgegangen Aktivitäten. Der Grad der Erschöpfung ist aber individuell sehr verschieden. Auch ist sie nicht an jedem Tag gleich intensiv ausgeprägt – es gibt gute und schlechte Tage.

Der Begriff „Fatigue“ kommt aus dem Französischen beziehungsweise Lateinischen. Die Begriffe „Fatigue“ und „Fatigatio“ bedeuten übersetzt so viel wie „Müdigkeit“ und „Erschöpfung“. Andere Namen dafür sind Fatigue-Syndrom, chronisches Erschöpfungssyndrom oder – wenn sie im Zusammenhang mit der Krebserkrankung steht – tumorbedingte oder tumorassoziierte Fatigue.

Wie häufig ist Fatigue bei Krebs?

Eine Fatigue erleben viele Menschen im Zuge ihrer Krebserkrankung: Bis zu 90 Prozent leiden zumindest zeitweise unter einer extremen Erschöpfung, berichtet die Deutsche Krebsgesellschaft. Die Fatigue kann den Alltag, das Wohlgefühl und die Lebensfreude enorm beeinträchtigen. Umfragen zeigen, dass die tumorbedingte Fatigue viele Menschen erheblich belastet.  Der Zustand der chronischen Erschöpfung kann länger anhalten: Ungefähr 20 und 50 Prozent der Menschen mit Krebs haben noch Monate oder sogar Jahre später mit der extremen Erschöpfung zu kämpfen. Bei den meisten lässt die Fatigue jedoch mit der Zeit wieder nach.

Fatigue - ein  Langzeitbegleiter

Eine Fatigue bei Krebs kann länger anhalten als gedacht - sogar bis zu 16 Jahre nach der Krebsdiagnose.

Prostata Hilfe Deutschland: Erschöpfung Illustration von mohamed hassan auf Pixabay: Müder Mann mit niedrigem Batteriestand
(c) Mohamed_hassan/Pixabay

Welche Symptome treten bei einer Fatigue auf?

Eine Fatigue besitzt viele verschiedene Facetten und kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, die den Körper, Geist und die Psyche betreffen. Wie fühlt sich eine Fatigue an? Viele Betroffene beschreiben folgende Probleme:

Körper 

  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Energielosigkeit, Schwäche, Kraftlosigkeit und ein unverhältnismäßig großes Bedürfnis nach Ruhe
  • Gefühl von schweren Gliedern - viele fühlen sich schon morgens nach dem Aufstehen wie „erschlagen“
  • Verminderte körperliche Belastbarkeit und anhaltendes Unwohlgefühl nach körperlicher Belastung
  • Extremes Schlafbedürfnis, Schlafstörungen, der Schlaf bringt kaum Erholung

 

Geist

  • Konzentrationsstörungen – so kann zum Beispiel das Zuhören schwer fallen
  • Leichte Ablenkbarkeit, verminderte Aufmerksamkeitsspanne
  • Gedächtnisprobleme, verringerte Merkfähigkeit
  • Wortfindungsstörungen

 

Psyche

  • Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Verlust der Lebensfreude
  • Ängste
  • Anspannung, Reizbarkeit, Frustration
  • Motivationsverlust (auch bei Alltagsaktivitäten), Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, Desinteresse - schon alltägliche Dinge wie das Einkaufen, Kochen oder Putzen werden zur Herausforderung
  •  Sozialer Rückzug und Entfremdung von der Familie, Freunden oder Freundinnen

 

Wodurch entsteht Fatigue bei Krebs?

Die Ursachen von Fatigue sind vielfältig. Damit sie entsteht, müssen mehrere Faktoren zusammenspielen – nämlich körperliche, seelische und soziale Faktoren. „Die eine“ Ursache für die chronische Erschöpfung gibt es nicht. Bei einer tumorbedingten Fatigue kann die Krebserkrankung selbst der Grund sein. Aber auch die große psychische Belastung durch die Krebsdiagnose sowie die Krebsbehandlungen können die Ursache der Fatigue sein.

Fatigue durch die Tumorerkrankung

Die Krebserkrankung selbst kann die Wurzel der Fatigue sein zum Beispiel Prostatakrebs. Manchmal ist die enorme Müdigkeit sogar ein erster Hinweis auf eine Krebserkrankung. Krebszellen wachsen und teilen sich schnell. Sie verbrauchen mehr Energie als gesunde Zellen. Zugleich versucht das körpereigene Immunsystem, die Krebszellen zu bekämpfen. In der Folge bildet der Stoffwechsel Substanzen, welche die normalen Abläufe und Prozesse stören. Diese Veränderungen könnten schließlich die starke Erschöpfung und Müdigkeit auslösen, vermuten Forschende.

Fatigue durch die Krebsbehandlungen

Gegen Krebs setzen Ärztinnen und Ärzte oft verschiedene Therapien wie eine Chemotherapie, Bestrahlung, Hormontherapie oder Immuntherapie ein. Sie können mit einer Fatigue in Verbindung stehen. 

Einige Beispiel für Therapien gegen Krebs, die eine Fatigue hervorrufen können:

  • Operation: Ein chirurgischer Eingriff belastet den Körper und die Seele oft enorm. Narkose, Blutverlust, Veränderungen im Stoffwechsel oder die Wundheilungsprozesse können mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit verbunden sein. Die meisten Menschen erholen sich aber wieder vollständig.
  • Chemotherapie: Dabei kommen starke Zellgifte (Zytostatika) zum Einsatz, welche die Vermehrung der Krebszellen bremsen und sie absterben lassen. Die Medikamente greifen aber nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesunde Zellen an, die sich schnell teilen (deshalb auch der Haarausfall). Für den Körper ist die Chemotherapie eine enorme Belastung, die eine Fatigue mit sich bringen kann. Solche Zellgifte können die Aufmerksamkeit, Konzentration und das Gedächtnis beeinträchtigen. „Chemobrain“ oder neuerdings „Onkobrain“ heißt das Phänomen. Allerdings wissen Forschende heute, dass auch die psychische Ausnahmesituation bei einer Krebsdiagnose und andere Krebstherapien bei der Entstehung des Onkobrain mitspielen.
  • Strahlentherapie (Radiotherapie): Die hochenergetischen Strahlen setzen nicht nur eventuell nach der OP verbliebenen Krebszellen zu, sondern auch dem Körper. Meist steigert sich die Fatigue im Zeitraum der Bestrahlung und klingt danach wieder ab. Bei einer Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung kann die Fatigue besonders intensiv sein.
  • Hormontherapie, die die Hormonproduktion unterdrück und mit einem Hormonmangel (Geschlechtshormone) verbunden ist

 

Normalerweise bessert sich die Fatigue wieder, wenn die Krebsbehandlungen abgeschlossen sind. Aber bei manchen hält die Erschöpfung noch Jahre später an. Dies kann auch die Berufstätigkeit und Arbeitsfähigkeit beeinflussen.

Weitere Ursachen der Fatigue 

Der Grund für die Fatigue kann auch in weiteren Begleiterkrankungen oder Behandlungen liegen. Beispiele sind:

  • Blutarmut (Anämie): Die Zahl der roten Blutkörperchen sinkt. Sie transportieren den Sauerstoff im Körper zu den Organen und Geweben. Viele Menschen mit Krebs leiden unter einer Anämie, bedingt durch die Therapien. Die Folgen des Sauerstoffmangels können Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Energielosigkeit sein.
  • Seelische Folgen der Krebserkrankung: Sie belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele; so sind depressive Verstimmungen, Ängste, Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit die Folgen.
  • Infektionen: Krebsbehandlungen schwächen auch die Abwehrkräfte – dann haben Bakterien, Viren oder Pilze leichteres Spiel.
  • Schmerzen, zum Beispiel aufgrund von Metastasen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Viele Krebsmedikamente haben Müdigkeit und Abgeschlagenheit als Nebenwirkung. Beispiele sind Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente wie Kortison.
  • Schlafstörungen - viele Menschen mit Krebs leiden darunter
  • Mangelernährung und Gewichtsverlust: Krebstherapien können mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen verknüpft sein. Ist der Körper nicht ausreichend mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und anderen Nährstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) versorgt, drohen Müdigkeit und Leistungseinbußen.
  • Mangel an körperlichem Training  und Muskelabbau – die körperliche Leistungsfähigkeit bei einer Krebserkrankung kann beeinträchtigt sein. Auch die Krebstherapien können sie vermindern.

 

Fatigue-Sprechstunde
Die Bayerische Krebsgesellschaft e.V. bietet für Krebspatienten aus Bayern eine kostenlose Fatigue-Sprechstunde an

Welche Behandlungen gibt es bei Fatigue?

So vielfältig die Ursachen der Fatigue sind, so unterschiedlich sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Eine Therapie gegen die Fatigue, die allen Betroffenen gleichermaßen hilft, gibt es nicht. 

Besprechen Sie alle Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrem Therapieteam und finden Sie gemeinsam heraus, was Ihnen individuell helfen kann. Es gibt mehrere Strategien, die den Körper, Geist und die Seele stärken können – ein Überblick über mögliche Behandlungen bei Fatigue.

Bewegung und Sport

Ein gezieltes Bewegungstraining unter medizinischer Anleitung, das individuell auf Sie abgestimmt ist, sollt die körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Beginnen Sie frühzeitig mit der körperlichen Aktivität – schon während der Chemotherapie oder Bestrahlung. Gut sind zum Beispiel ein maßvolles Ausdauer- und Krafttraining. Sport ist nicht nur gut für den Körper, sondern hellt auch die Stimmung und das Gemüt auf. Und dies verbessert wiederum die Lebensqualität.

Psychotherapie/kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Sie zielt darauf ab, das Erleben und Verhalten bei einer Fatigue günstig zu beeinflussen. Sie identifizieren ungünstige Denkmuster und Verhaltensweisen und ersetzen sie durch günstigere Alternativen. So lernen Sie, die Fatigue und besser zu managen. Suchen Sie einen Therapeuten oder eine Therapeutin, die Erfahrung mit der Fatigue bei Krebs hat.

Mind-Body-Verfahren

Dabei erlernen Sie Strategien für mehr Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst. Sie sollen Ihre Selbstwahrnehmung für Ihre eigenen Bedürfnisse schärfen und erspüren,  was Ihnen gut tut und was nicht. Es gilt, Kraftquellen zu erschließen, die Ihnen Energie verleihen. Umgekehrt verbannen Sie Dinge aus Ihrem Alltag, die Ihnen Energie rauben. Ziel ist es, die Ressourcen gut zu kennen, sie behutsam einzusetzen und keine Energie zu verschwenden. Es gibt verschiedene Mind-Body-Verfahren zum Beispiel Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Auch Yoga, Meditation, ein Achtsamkeitstraining oder sanfte Bewegungsarten wie Tai Chi und Qigong können hilfreich sein.

Yoga bei Fatigue

Erfahren Sie im Video, wie Sie bei einer Fatigue wieder mehr Lebenskraft gewinnen.

Prostata Hilfe Deutschland: Symbolbild Yoga bei Krebs - Mann macht Kopfstand auf einer Wiese
© anant762/Pixabay.com

Alltagsstrategien entwickeln

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, wie Sie Ihren Alltag so strukturieren und gestalten können, dass die Einschränkungen aufgrund der Fatigue weniger ins Gewicht fallen. Das funktioniert nur, wenn Sie sich nicht ständig überfordern und zu viel von sich verlangen – sonst stoßen Sie mit der Nase ständig auf Ihre mangelnde Leistungsfähigkeit.

Medikamente

Es gibt kein spezielles Medikament, das eine Fatigue gezielt bessern könnte. Medikamente kommen nur selten zum Einsatz. Sie können zum Beispiel helfen, wenn eine Blutarmut anhand eines Blutbildes als Ursache der Fatigue nachgewiesen ist. Zum Einsatz kann zum Beispiel Erythropoietin kommen, das die Blutbildung anregt.

Fatigue – Tipps für den Alltag

Folgende Tipps können bei Fatigue eventuell hilfreich sein. Vielleicht müssen Sie mehrere ausprobieren oder miteinander kombinieren, um Ihrer Müdigkeit beizukommen.

  • Reden! Teilen Sie Ihrer Familie und Freunden mit, wie sich eine Fatigue anfühlt. So erreichen Sie ein besseres Verständnis und können auf Unterstützung im Alltag bauen!
  • Nicht über- oder unterfordern: Wenn Sie sich an einem Tag körperlich besonders fit fühlen, schießen Sie dennoch nicht über das Ziel hinaus. Sonst sind Sie womöglich am nächsten Tag doppelt so müde. Trauen Sie sich umgekehrt trotzdem etwas zu, wenn Sie sich ausgelaugt und müde fühlen. Bewegen Sie sich statt auf dem Sofa zu liegen und ihre Kräfte für den nächsten Tag aufzusparen. Am besten sind abwechslungsreiche Aktivitäten, die Ihrem Energieniveau entsprechen.
  • Alltagsaktivität langsam steigern: Schreiben Sie sich auf, was Sie tagsüber alles gemacht und unternommen haben. Geht es Ihnen am nächsten Tag gut, können Sie eine kleine Steigerung einlegen. Ist es anders herum, haben Sie sich zu viel zugemutet und Sie schrauben Ihre Aktivität wieder ein wenig zurück.
  • Nach vorne schauen: Denken Sie nicht ständig daran zurück, was Sie früher alles geschafft haben. Vergleichen Sie sich auch nicht mit Familienangehörigen, Freunden und Freundinnen, die leistungsfähiger sind als Sie. Das erzeugt Frust, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen. Nehmen Sie sich nur kleine Schritte vor und versuchen Sie, sich über jeden kleinen Erfolg zu freuen.
  • Energielieferanten suchen: Unternehmen Sie Dinge, die Ihnen wirklich Freude machen und Energie bringen. Machen Sie einen kleinen Ausflug, lesen Sie ein gutes Buch oder hören Sie Musik. Die Küchen zu schrubben oder den Keller aufzuräumen ist vermutlich eher ein Energieräuber.
  • Guter Schlaf: Lassen Sie frische Luft ins Zimmer und verbannen Sie elektronische Geräte wie  PC, Smartphone,  Fernseher und andere Störenfriede aus dem Schlafraum. Außerdem: Gehen Sie möglichst jeden Tag zur gleichen Zeiten ins Bett und stehen Sie morgens wieder auf. So schlafen Sie insgesamt besser.
  • Stress weg! Versuchen Sie, Stress möglichst von sich fernzuhalten. Erlernen Sie eine Entspannungstechnik, etwa Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung.
  • Gesund essen: Auch die Ernährung kann bei Fatigue helfen. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Sie enthalten viele Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Gut sind auch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch und pflanzliche Fette. Essen Sie nicht einmal am Tag eine besonders üppige Mahlzeit, sondern verzehren Sie lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Dann hat der Verdauungstrakt weniger zu tun – und Sie sind weniger müde.

 

FAQs: Fatigue

Wie lange dauert Fatigue bei Krebs?

Eine Fatigue bei Krebs kann verschieden lang dauern, eine genaue Zeitspanne lässt sich nicht angeben. Es können Wochen, Monate oder sogar Jahre sein. Bei den meisten bessern sich die Symptome nach spätestens einem Jahr wieder, aber manche haben auch länger damit zu kämpfen. 

Welche Krebsart verursacht die stärkste Müdigkeit?

Krebsarten wie Prostatakrebs oder Brustkrebs gehen mit hormonellen Veränderungen einher. Möglich sind Müdigkeit und Erschöpfung. Aber auch die Krebsbehandlungen wie eine Chemo- oder Strahlentherapie, die bei beiden Krebsarten zum Einsatz kommen, können mit einer Fatigue verbunden sein. Auch wenn die Krebserkrankung schon weiter fortgeschritten ist, fühlen sich viele häufig müde und erschöpft. 

Welche Symptome könne Vorboten von Krebs sein?

Eine übermäßige Müdigkeit, Erschöpfung und ein Absinken der körperlichen Leistungsfähigkeit können manchmal das erste Anzeichen für eine Krebserkrankung sein. Auch Appetitlosigkeit und ein Gewichtsverlust, der sich nicht erklären lässt, können Vorboten von Krebs sein. Suchen Sie immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf und lassen Sie die Symptome abklären. Sie können auch harmlose Ursachen haben.

Was ist krebsbezogene Fatigue?

Eine krebsbezogene Fatigue bedeutet, dass die übermäßige Erschöpfung im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung steht. Sie kann durch den Tumor selbst, aber auch durch die Krebstherapien bedingt sein. Andere Begriffe dafür sind tumorbedingte oder tumorassoziierte Fatigue. 

Was hilft gegen Fatigue bei Krebs?

Es gibt nicht die „eine Maßnahme“, die allen Menschen mit Fatigue gleichermaßen hilft. Am besten helfen bei Fatigue mehrere Behandlungen in Kombination: körperliche Aktivität als Bewegungstherapie, Verhaltenstherapie, Entspannungsmethoden oder spezielle Strategien für den Alltag. 

Ist Fatigue dasselbe wie eine Depression?

Nein, bei beiden handelt es sich um verschiedene Krankheitsbilder mit unterschiedlichen Ursachen. Allerdings können im Rahmen der Fatigue ähnliche seelische Symptome auftreten wie bei einer Depression, zum Beispiel depressive Verstimmungen, Stimmungstiefs, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit oder der Verlust von Interessen und der Motivation. 

Wie wird Fatigue diagnostiziert?

Eine Fatigue diagnostizieren Ärztinnen und Ärzte im Rahmen eines Gesprächs zur Krankengeschichte, die Anamnese. Außerdem gibt es spezielle, standardisierte Fragebögen, die Anhaltspunkte für eine Fatigue liefern. Auch die Blutwerte können Hinweise geben, zum Beispiel auf eine Blutarmut, die eine Fatigue hervorrufen kann. 

Ist Fatigue heilbar?

Es gibt bisher kein besonders Medikament oder eine spezielle Maßnahme, um eine Fatigue zu heilen. Bei den meisten Betroffenen bessern sich die Symptome mit der Zeit und klingen wieder ab. Manche Menschen haben aber auch länger oder sogar dauerhaft mit der Fatigue bei Krebs zu tun. Eine frühe Behandlung, schon während der Krebstherapien, kann sich günstig auswirken. 

Soll man sich bei Fatigue schonen?

Auch wenn es vielleicht merkwürdig klingt: Das beste Rezept gegen Fatigue ist nicht das Schonen, sondern es sind Bewegung und körperliche Aktivität. Diese sollten jedoch die an Ihre speziellen Bedürfnisse und Fähigkeiten angepasst sein, Sie also nicht über-, aber auch nicht unterfordern. Vollständiges Schonen ist eher kontraproduktiv. Besser ist der Wechsel zwischen Aktivität und Ruhephasen.

Quellen:

  • Deutsche Fatigue Gesellschaft, https://deutsche-fatigue-gesellschaft.de/ (Abruf: 8.5.2026)
  • Deutsche Krebshilfe, Blaue Ratgeber: Fatigue bei Krebs, Stand: 7/2021, https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Fatigue-Chronische-Muedigkeit-bei-Krebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf (Abruf: 8.5.2026)
  • Onko-Internetportal: Tumorassoziierte Fatigue, https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/nebenwirkungen-der-therapie/fatigue-bei-krebs.html (Abruf: 8.5.2026)
  • Deutsches Krebsforschungszentrum, https://www.krebsinformationsdienst.de/nebenwirkungen-bei-krebs/fatigue (Abruf: 8.5.2026)