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Chemotherapie bei Prostatakrebs – für wen?
13. Januar 2026 | von Ingrid Müller - Chefredakteurin, aktualisiert und medizinisch geprüftEine Chemotherapie kommt bei vielen Krebsarten zum Einsatz, auch bei Prostatakrebs. Lesen Sie die wichtigsten Informationen über die Wirkung, den Ablauf und die Nebenwirkungen der Chemo. Außerdem: Was gegen die Nebenwirkungen helfen kann.
Kurzübersicht
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Was ist eine Chemotherapie?
Die Chemotherapie ist eine bewährte und wirksame Behandlungsmöglichkeit bei vielen Krebsarten. Auch manchen Männern mit Prostatakrebs kann sie helfen. Bei einer Chemotherapie kommen zelltötende Medikamente zum Einsatz, sogenannte Zytostatika oder Chemotherapeutika. Meist kombinieren Ärztinnen und Ärzte mehrere Zytostatika miteinander, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Es gibt verschiedene Chemotherapie-Schemata.
Die Zellgifte greifen alle Zellen an, die sich schnell teilen. Dazu gehören Krebszellen, aber auch gesunde Zellen, etwa der Haare, Haut oder Mundschleimhaut. Der Haarausfall ist wohl die Nebenwirkung, die die meisten Menschen mit einer Chemotherapie in Verbindung bringen. Daran lässt sich eine Krebserkrankung oft schon optisch erkennen.
Die Chemotherapie verhindert die Teilung und Vermehrung der Krebszellen oder tötet sie ab. In der Regel wird die Chemotherapie als Infusion verabreicht, es gibt aber auch Chemo-Tabletten. Zytostatika wirken immer im gesamten Körper (systemisch). Im Gegensatz dazu wirkt zum Beispiel die Bestrahlung bei Prostatakrebs nur örtlich (lokal).
Wann wird die Chemotherapie bei Prostatakrebs eingesetzt?
Die Chemotherapie ist ein sehr wichtiger Baustein in der Behandlung vieler Krebsarten – von Brustkrebs über Darmkrebs bis Leukämie. Bei Prostatakrebs kommt die Chemo jedoch nur in speziellen Fällen zum Einsatz. Denn im Vergleich zu anderen Prostatakrebstherapien besitzt sie mehr und stärkere Nebenwirkungen. Außerdem wirkt sie kaum gezielt – im Gegensatz zum Beispiel zu einer Hormontherapie.
Vor allem bei älteren Männern, die oft noch zusätzliche Erkrankungen mitbringen und gesundheitlich nicht gut beieinander sind, müssen Ärzte und Ärztinnen die Vor- und Nachteile immer gut abwägen. Die Chemotherapie kann in diesem Fall zwar vielleicht mehr Lebenszeit bringen, aber die Lebensqualität aufgrund der Nebenwirkungen beeinträchtigen. Nutzen und Schaden müssen also gut überlegt sein. Auch Ihre persönlichen Wünsche, Vorstellungen und Überzeugungen spielen dabei mit, ob eine Chemo in Frage kommt oder nicht.
Wann Chemotherapie?
- bei fortgeschrittenem Prostatakrebs mit Metastasen in Kombination mit einer Hormontherapie
- wenn die Hormontherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs nicht mehr ausreichend wirkt (kastrationsresistenter Prostatakrebs). Die meisten Männer beginnen zuerst mit einer Hormontherapie, bei der die Produktion oder Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron blockiert wird. Bei einigen Männer wird der Prostatakrebs jedoch unempfindlich gegenüber den Medikamenten (kastrationsresistent). Dann vermehren sich die Krebszellen auch ohne das Vorhandensein von Testosteron weiter.
Wann keine Chemo?
Nicht empfohlen ist die Chemotherapie bei Männern mit lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs. Sie haben viele andere Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel eine Operation (radikale Prostatektomie) oder eine Strahlentherapie von außen oder innen.
Chemotherapie bei Prostatakrebs – ja oder nein?
Die Chemotherapie bei Prostatakrebs ist eine palliative Behandlung. Das bedeutet, dass sie nicht mehr auf die Heilung des Prostatakarzinoms abzielt (kurativ). Vielmehr soll die Chemo den Prostatakrebs in Schach halten, sein Fortschreiten bremsen, die Lebenszeit verlängern und die Lebensqualität aufrechterhalten. Den Prostatakrebs heilen können Ärzte mit Hilfe einer Chemotherapie jedoch nicht.
Ob eine Chemotherapie für Sie in Frage kommt, hängt nicht nur vom Prostatakrebs, sondern auch von persönlichen Faktoren ab, zum Beispiel:
- Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen – manche Männer möchten sich in höherem Alter nicht den Strapazen einer Chemotherapie unterziehen. Sie besitzt einige Nebenwirkungen.
- Ihrem Alter – jüngere Menschen vertragen die Chemo oft besser als ältere Menschen.
- Ihrem körperlichen Allgemeinzustand – manche bringen auch in höherem Alter noch eine gewisse Fitness mit.
- Zusätzlichen Grunderkrankungen: In höherem Lebensalter ist Prostatakrebs oft nicht die einzige Erkrankung. Viele Männer leiden unter Herz-Kreislauf-Krankheiten, der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus oder Übergewicht/Adipositas.
Die Behandlung mit Zytostatika hat nicht unerhebliche Nebenwirkungen, die den Körper, Geist und die Psyche betreffen können. Wägen Sie daher immer das Für und Wider gut mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab. Erst wenn alle Vor- und Nachteile der Chemotherapie auf dem Tisch liegen, entscheiden Sie, am besten gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam nach dem Prinzip des Shared Decision Making (SDM). Lassen Sie sich Zeit und überdenken Sie alle Therapieoptionen gut. Sie können sich auch eine Zweitmeinung zum ersten Therapievorschlag einholen, um mehr Sicherheit zu gewinnen.
Chemotherapie bei Prostatakrebs: Wirkung, Ablauf und Dauer
Ärztinnen und Ärzte verabreichen die Chemotherapie in Zyklen, also in bestimmten zeitlichen Abständen. In den Pausen dazwischen hat Ihr Körper die Möglichkeit, sich zu erholen. Bei Prostatakrebs bekommen Sie die zelltötenden Medikamente in der Regel alle drei Wochen über eine Infusion. Die Wirkstoffe gelangen so direkt ins Blut und verbreiten sich schnell im gesamten Körper. Man sagt, die Chemotherapie wirkt systemisch. Allerdings setzt die Wirkung der Medikamente nicht unmittelbar ein, sondern es dauert einige Zeit.
Das Mittel der ersten Wahl bei Prostatakrebs ist das Zytostatikum Docetaxel. Kehrt der Prostatakrebs nach der Behandlung mit Docetaxel zurück (Rückfall, Rezidiv), ist Cabazitaxel eine weitere Therapiemöglichkeit. Docetaxel und Cabazitaxel gehören zur Gruppe der Taxane. Der Grundstoff – das Taxol – kommt aus der Natur, nämlich aus der Rinde der Pazifischen Eibe. Taxane greifen in den Teilungsmechanismus der Krebszellen ein und sorgen so dafür, dass sie sich nicht vermehren können. Seit den 90er-Jahren sind die Substanzen ein fester Bestandteil der Krebstherapie.
Eine Chemotherapie können Sie meist ambulant in einer onkologischen Praxis oder in einer Klinik durchführen lassen. Sie können anschließend wieder nach Hause gehen und sich dort erholen.
Nebenwirkungen der Chemotherapie
Eine Chemotherapie kann einige nicht unerhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Doch Übelkeit, Erbrechen oder Entzündungen der Schleimhäute lasse sich heute gut mit unterstützenden Behandlungen – den supportiven Therapien – in den Griff bekommen. Nur gegen den Haarausfall ist noch kein wirksames Kraut gewachsen. Lesen Sie die wichtigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie mit Taxanen im Überblick.
Haarausfall
Taxane bremsen die Zellteilung, vor allem jener Zellen, die sich schnell teilen und erneuern. Und das trifft nicht nur auf Krebszellen zu, sondern auch auf die Zellen der Haarfollikel. Dies ist auch der Grund, warum bei einer Chemotherapie in der Regel die Haare ausfallen. Meist leiden nicht nur die Haare am Kopf, sondern am gesamten Körper: Augenbrauen, Scham- und Achselhaare sowie die Wimpern können ausfallen.
Männer kommen (angeblich) mit dem Haarausfall besser zurecht als Frauen, weil ein spärlicher Haarwuchs oder eine Glatze bei ihnen gesellschaftlich stärker akzeptiert ist. Für Frauen bedeute der Kahlkopf dagegen eine Entstellung, so das Urteil des Bundessozialgerichtes aus dem Jahr 2015. Auch einige Landesgerichte urteilten so. Deshalb bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen Männern, deren Haare während einer Chemotherapie ausfallen, auch keine Perücke – eigentlich ist das ein klarer Fall von Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung.
Demnach haben Männer grundsätzlich keinen Anspruch auf den künstlichen Haarersatz. Nur in Ausnahmefällen können sie auf Kostenübernahme durch die Kassen hoffen, zum Beispiel wenn die Kopfhaut stark vernarbt ist. Manchmal sind Krankenkassen jedoch auch kulant und übernehmen zumindest einen Teil der Kosten.
Was hilft bei Haarausfall?
Es gibt Experimente mit Kühlkappen oder Kühlhauben während der Chemotherapie, welche die Durchblutung in den Haarwurzeln herabsetzen. Dadurch zirkulieren geringere Mengen Blut in den Haarzellen – und damit auch geringere Mengen an Zytostatika. In einigen Studien – vor allem bei Frauen mit Brustkrebs – konnten die Kühlhauben starken Haarausfall verhindern. Kühlhauben sind jedoch noch keine Routine in der Arztpraxis.
Die gute Nachricht: Der Haarausfall ist nur vorübergehend. Nach dem Ende der Chemotherapie wachsen die Haare wieder nach.
Fatigue
Fatigue lässt sich als einen Zustand körperlicher, geistiger und seelischer Erschöpfung beschreiben. Typisch ist, dass sich die Fatigue auch durch ausreichenden Schlaf und Erholung nicht bessert. Viele krebskranke Menschen kommen im Lauf ihrer Erkrankung an diesen Punkt. Ihnen fehlen der Antrieb und die Motivation, sie fühlen sich müde, energie- und kraftlos, obwohl sie sich weder körperlich noch geistig verausgabt haben. Bei manchen kann die Fatigue über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.
Was hilft bei Fatigue?
Bei einer Fatigue gibt es verschiedene Behandlungsstrategien. Eine besonders große Rolle spielt Bewegung!
Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleiter einer Chemotherapie. Aber nicht alle Zytostatika rufen diese Symptome im gleichen Ausmaß hervor.
Was hilft gegen Übelkeit und Erbrechen?
- Übelkeit und Erbrechen lassen sich gut mit Anti-Brech-Mitteln behandeln, sogenannten Antiemetika. Die Medikamente wirken direkt auf das Brechzentrum im Gehirn und dämpfen seine Aktivität. So lassen sich Übelkeit und Erbrechen meist gut bekämpfen.
- Daneben kommen Kortikosteroide ("Kortison") zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen vor dem Chemotherapiezyklus zum Einsatz, beispielsweise Dexamethason.
- Hilfreich gegen Übelkeit kann auch das bewährte Hautmittel Ingwer sein.
Geschädigte Haut und Schleimhäute
Die Chemotherapie mit Taxanen kann die Haut und Schleimhäute in Mitleidenschaft ziehen, denn auch Hautzellen teilen sich rasant und sind ein (ungewolltes) Angriffsziel der Zytostatika. Die Haut kann sich röten, schuppen, jucken, austrocknen oder entzünden. Manche Menschen entwickeln durch die Chemotherapie einen Hautauschlag, der einer Akne ähnlich ist.
Was hilft der Haut?
Wichtig bei einer Chemotherapie ist eine gute und sanfte Hautpflege, welche die Haut nicht weiter strapaziert und vor Druck, Hitze, Feuchtigkeit und Verletzungen schützt. Einige Tipps:
- Lauwarmes statt heißes oder kaltes Wasser verwenden
- Die Haut nur abtupfen statt trocken rubbeln
- Verletzungen vermeiden, etwa beim Nassrasieren – und so Infektionen vorbeugen
- Keine zu enge Kleidung und Schuhe tragen, welche die Haut mechanisch strapazieren und aufreiben
- Haut vor direktem Sonnenlicht schützen, nicht ins Solarium gehen, im Freien lichtundurchlässige Kleidung tragen
- Eincremen, zweimal täglich
- Gegen Juckreiz hilft Kühlen
- Bei Schmerzen sind die Wirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen geeignet
Was hilft den Schleimhäuten?
- Frühzeitige und umfassende Zahnkontrolle beim Zahnarzt – vor der Chemotherapie Zahnschäden reparieren lassen
- Sorgfältige und regelmäßige Mundpflege: Zähne putzen (weiche Zahnbürste), Zahnzwischenräume reinigen
- Regelmäßige Mundspülungen: vier- bis sechsmal täglich für etwa eine Minute mit 15 ml Wasser oder isotonischer Kochsalzlösung spülen, nach dem Spülen für 30 Minuten auf Essen und Trinken verzichten
- Auf Rauchen und Alkohol verzichten
- keine sehr scharfe, heiße oder saure Getränke und Speisen zu sich nehmen
- eventuell Eiswürfel vor der Chemotherapie lutschen
Nagelveränderungen
Das Zytostatikum Docetaxel kann die Nägel dunkel verfärben. Manchmal werden die Nägel brüchig und rissig, bekommen Rillen und Furchen oder lösen sich vom Nagelbett ab. Die Haut um die Nägel herum kann sich mit Bakterien und Pilzen infizieren und entzünden, was schmerzhaft werden kann.
Was hilft den Nägeln?
Das Tragen von Kühlhandschuhen während der Chemotherapie kann vermutlich die Fingernägel schützen. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Es fließt weniger Blut und somit auch weniger des Krebsmedikaments durch das gekühlte Gewebe. Auch die Fußnägel lassen sich mit Kühlkissen schützen. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin danach, ob das Kühlen eine Möglichkeit ist.
Veränderungen des Blutbildes
Taxane beeinflussen die Bildung bestimmter Blutzellen im Körper. So sinkt die Anzahl an weißen Blutkörperchen, den Leukozyten. „Neutropenie“ ist der medizinische Fachausdruck dafür. Dadurch sinkt die Schlagkraft des Immunsystems, was einen Menschen anfälliger für Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilze macht. Für Menschen mit einer Krebserkrankung kann diese Infektanfälligkeit besonders gefährlich werden. Deshalb fertigen Ärzte und Ärztinnen vor jeder Chemotherapie ein Blutbild an und prüfen die Anzahl der Leukozyten. Auch im Anschluss an die Behandlung kontrollieren sie die Leukozyten regelmäßig.
Daneben lässt die Chemotherapie auch die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten) sinken. Erythrozyten sind für den Transport von Sauerstoff in die Organe und Gewebe wichtig, Blutplättchen dagegen für die Blutgerinnung. Blutarmut (Anämie) und ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) sind die Folgen.
Was hilft bei Blutveränderungen?
- Manchmal setzen Ärzte bei Blutarmut besondere Medikamente ein, um die Bildung von Blutzellen zu stimulieren (blutbildenden Mittel).
- Arzneien mit Wachstumsfaktoren können helfen, einem Mangel an weißen Blutkörperchen vorzubeugen. Sie kurbeln die Bildung weißer Blutzellen an.
- Sind die Blutwerte jedoch zu niedrig, müssen Ärzte manchmal die Chemotherapie unterbrechen, den nächsten Zyklus verschieben oder die Dosis der Zytostatika verringern.
Nervenschäden und Nervenschmerzen
Taxane können die Nerven angreifen und schädigen, vor allem an den Händen und Füßen (periphere Nerven). Medizinisch heißen die Nervenschäden „Neuropathie“. Weil viele Nerven betroffen sind, sprechen Ärztinnen und Ärzte auch von Polyneuropathie. Gut bekannt sind solche Nervenschäden im Rahmen einer Chemotherapie. Das Krankheitsbild heißt dann „Chemotherapieinduzierte Polyneuropathie“ (CIPN).
Dabei können Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen, Taubheitsgefühle, Störungen des Feingefühls oder Nervenschmerzen in den Armen und Beinen auftreten. Manche fühlen sich auch beim Gehen unsicher. Dies kann besonders bei älteren Menschen zum Problem werden, weil sie leichter stürzen.
Was hilft den Nerven?
Gegen die Nervenschäden durch die Chemotherapie gibt es noch kein wirkliches “Rezept” oder ein besonderes Medikament – die Behandlung ist schwierig. Manchmal sind die Nervenschäden mild ausgeprägt oder bessern sich nach dem Ende der Chemotherapie wieder.
- Bei der Anwendung von Taxanen empfiehlt die Leitlinie zur supportiven Therapie eine vorbeugende Kryotherapie oder Kompressionstherapie, um das Auftreten und die Schwere der Neuropathie zu verringern. Bei einer Kryotherapie wirkt Kälte auf die Hände und Füße ein, um die Durchblutung zu vermindern. So sollen weniger nervenschädigende Zytostatika dort ankommen. Vor, während und nach der Chemotherapie tragen Sie Kältehandschuhe und Kühlsocken. Bei einer Kompressionstherapie tragen Sie dagegen chirurgische Handschuhe. Sie sind etwas kleiner als Ihre eigentliche Handgröße. An den Füßen tragen Sie enge Kompressionsstrümpfe. Durch die mechanische Kompression wird – wie bei der Einwirkung von Kälte - die Durchblutung herabgesetzt. Dadurch soll die Menge der dort ankommenden Taxane sinken.
- Bei Nervenschmerzen können Medikamente helfen, beispielsweise Antidepressiva wie Duloxetin, Venlafaxin oder Amitryptilin; Medikamente gegen Epilepsie (Antikonvulsiva), beispielsweise Gabapentin und Pregabalin; Opioide; Pflaster mit Capsaicin (8 %) oder Lidocain (5 %) , Menthol-Creme (1%), evtl. Akupunktur (Wirkung noch nicht ausreichend belegt)
- Auch ein Bewegungstraining, Physiotherapie, Ergotherapie und Elektrotherapie können bei Nervenschäden helfen und die Sensibilität wieder verbessern.
- Bei starken Schäden an den Nerven, müssen Ärzte manchmal die Dosis der Chemotherapie reduzieren, eine Therapiepause einlegen oder sie abbrechen.
Magen-Darm-Probleme
Taxane greifen die Schleimhäute in Mund, Speiseröhre, Magen und Darm an. Eine Chemotherapie mit Docetaxel kann mit verschiedensten Beschwerden im Verdauungstrakt verbunden sein: Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Magenschleimhautentzündung (Gastritis).
Was hilft bei Verdauungsproblemen?
- Es gibt verschiedenste Medikamente, mit denen sich Verdauungsbeschwerden wie Durchfall (z.B. Wirkstoff Loperamid), aber auch Verstopfung oder Blähungen bessern lassen.
- Mundspülungen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen können Entzündungen im Mund lindern.
Fazit: Eine Chemotherapie ist sicher für die meisten Menschen kein „Spaziergang“. Doch wie ausgeprägt die Nebenwirkungen sind, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Sie hängen auch von der Dosierung und den eingesetzten Wirkstoffen ab. Nicht alle Zytostatika führen zu schweren Nebenwirkungen. Und in vielen Fällen klingen sie nach dem Ende der Chemotherapie wieder ab.
FAQs: Chemo bei ProstatakrebsWie lange dauert eine Chemotherapie bei Prostatakrebs und wie oft? In der Regel dauert die Chemotherapie bei Prostatakrebs mehrere Monate. Die Chemo wird in Zyklen verabreicht mit Pausen dazwischen. Ein mögliches Schema sind vier bis sechs Zyklen, zwischen denen jeweils drei Wochen Pause liegen. Es gibt also auch chemotherapiefreie Zeiten, in denen sich der Körper wieder erholten kann. Wie lange verlängert eine Chemotherapie das Leben? Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie lange eine Chemo das Leben verlängert und wie hoch die Lebenserwartung dann ist. Verschiedene Faktoren spielen hier mit hinein, zum Beispiel das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand oder weitere Grunderkrankungen, die ein Mensch mitbringt. Ziel der palliativen Chemotherapie ist es jedoch, das Tumorwachstum zu bremsen und die Lebenszeit so lange wie möglich auszudehnen – bei guter Lebensqualität. Welcher Tag nach der Chemo ist der Schlimmste? Welchen Tag nach der Chemotherapie ein Mensch als den Schlimmsten empfindet, ist individuell verschieden. Es braucht einige Zeit, bis die Medikamente wirken und somit auch die Nebenwirkungen spürbar werden. Manche Menschen berichten aus ihrer Erfahrung, dass die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Erschöpfung ein bis drei Tage nach der Chemo am intensivsten ausgeprägt sind. Wann macht eine Chemo keinen Sinn mehr? Diese Frage ist sehr schwierig und lässt sich nicht so einfach für jeden Menschen beantworten. Es spielen medizinische, aber auch persönliche Faktoren wie das Alter und der Gesundheitszustand sowie individuelle Präferenzen und Überzeugungen eine Rolle, um zu beurteilen, ab wann eine Chemo keinen Sinn mehr macht. Ganz allgemein sollte der Nutzen der Chemotherapie größer sein als ihr Schaden. Die verbleibende Lebenszeit sollte so angenehm wie möglich sein, und dazu gehört es auch, sich möglichst wohl zu fühlen. |
Quellen:
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