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Gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs?

20. März 2018

Viele Männer haben mit zunehmendem Alter Probleme beim Wasserlassen. Doch wann handelt es sich um eine gutartige Prostatavergrößerung, wann um Prostatakrebs? Antworten vom Urologen Dr. Frank Schiefelbein.

Viele Männer haben Prostatabeschwerden. Woran erkennen sie, ob eine gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs dahinter steckt?

Die Symptome, die ein Prostatakrebs verursachen kann, sind zunächst durchaus vergleichbar mit jenen einer gutartigen Prostatavergrößerung. Letztere ist keine Seltenheit: 70 bis 80 Prozent aller Männer haben irgendwann mit zunehmendem Alter eine vergrößerte Prostata. Dann haben sie Schwierigkeit beim Wasserlassen, weil die zu große Prostata die Harnröhre einengt: Der Harnstrahl wird abgeschwächt, sie brauchen länger zum Wasserlassen und müssen unter Umständen pressen, damit die Blase leer wird. Genau diese können aber auch Symptome sein, die ein Prostatakrebs hervorruft. Denn die Prostata vergrößert sich ebenfalls durch einen bestehenden Tumor. Er drückt vielleicht genauso auf die Harnröhre wie es bei der gutartigen Prostatavergrößerung geschieht.

Wann sollen Männer besser ihren Arzt aufsuchen?

Jeder Mann sollte bei Beschwerden den Hausarzt oder Urologen aufsuchen und die Prostata untersuchen lassen. Er kann feststellen, ob eine gutartige Prostatavergrößerung vorliegt oder der Verdacht auf Prostatakrebs besteht. Die Tastuntersuchung oder der PSA-Test liefern dafür wichtige Anhaltspunkte. Eine Biopsie, also eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Areal der Prostata, bringt dann endgütlige Klarheit.

Wie häufig sollte ein Mann zur Vorsorge zum Urologen gehen?

Das hängt vom Alter des Mannes und seinem individuellen Risiko ab. Ratsam ist eine Basisvorsorge ab dem 40. Lebensjahr, wenn eine familiäre Belastung vorliegt, also schon Prostatakrebs in der Familie vorkommt. Dann ist zum Beispiel der Bruder, Vater oder Großvater an Prostatakrebs erkrankt. In diesem Fall ist die Früherkennung von Prostatakrebs schon in jüngeren Jahren ratsam. Für Männer, bei denen dies nicht der Fall ist, genügt die Krebsfrüherkennung ab dem 45. Lebensjahr. Vor diesem Alter ist der Prostatakrebs eine Seltenheit.