Gutartige Prostatavergrößerung – das sollte Mann wissen!

Woran erkennen Sie eine gutartige Prostatavergrößerung und wie lässt sie sich behandeln? Lesen Sie alle Antworten auf die wichtigsten Fragen!

Aktualisiert und medizinisch geprüft am 11.6.2021
Ingrid Müller, Chefredakteurin und Medizinjournalistin

Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?

Bei jungen Männern hat die Prostata noch ungefähr die Größe einer Kastanie oder Walnuss. Sie umschließt den obersten Teil der Harnröhre. Je älter ein Mann wird, desto mehr nimmt die Anzahl der Prostatazellen zu – und damit das Volumen der Prostata. Sie wird also immer größer und engt auf diese Weise die Harnröhre ein. Man könnte auch sagen, sie „schnürt“ ihr schrittweise die Luft ab. Meist geschieht dies etwa ab dem fünften Lebensjahrzehnt. 

Mediziner bezeichnen dies Erkrankung als gutartige Prostatavergrößerung oder im Fachjargon benigne Prostatahyperplasie (BPH). Die vergrößerte Prostata bleibt für viele Männer nicht ohne Folgen. Die Beschwerden, die eine gutartige Prostatavergrößerung hervorruft, bezeichnen Mediziner als benignes Prostatasyndrom (BPS).

Gutartige Prostatavergrößerung - Häufigkeit und Alter

Bei Männern unter 40 Jahren ist die Prostatavergrößerung sehr selten. Ab dem 40. Lebensjahr steigt jedoch das Risiko für eine vergrößerte Prostata kontinuierlich an, wie  folgende Zahlen zeigen:

  • Zwischen dem 50. und 59. Lebensjahr haben etwa 20 Prozent der Männer eine Prostatavergrößerung.
  • Bei Männern über 70 Jahren leiden bis zu 70 Prozent unter der beningnen Prostatahyperplasie.

 

Fast alle Männer bekommen also mit zunehmenden Lebensjahren mit ihrer Prostata zu tun. Allerdings hängen die Anzahl und  Stärke der Beschwerden nicht zwangsläufig von der Größe der Prostata ab. So verspüren manche Männer mit einer sehr großen Prostata kaum Symptome. Umgekehrt erleben Männer mit einer relativ kleinen Prostata manchmal sehr starke Beschwerden.

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Hat die Prostatavergrößerung etwas mit Prostatakrebs zu tun?

Der Name besagt es schon: Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Erkrankung. Das Wort „benigne“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „gut“ (der Begriff "maligne" steht für bösartig). Eine vergrößerte Prostata  hat also nichts mit Prostatakrebs zu tun und erhöht auch nicht das Risiko für ein Prostatakarzinom. Dennoch verursachen beide Erkrankungen oft zunächst ähnliche Symptome. Forschende tüfteln deshalb an neuen Methoden, um die Prostatavergrößerung sicher von Prostatakrebs zu unterscheiden.

Gutartige Prostatavergrößerung: Symptome

Es gibt verschiedene Anzeichen, die für eine Prostatavergößerung sprechen. Manche Männer bemerken jedoch die Prostatavergrößerung nicht, weil sie keine oder nur unspezifische Beschwerden verursacht. Andere verspüren dagegen nur leichte Beschwerden, die sie im Alltag kaum beeinträchtigen und mit denen sie gut zurecht kommen. Bei einigen Männern sind die Symptome dagegen stärker ausgeprägt - ihr Alltag und Berufsleben können leiden. Der Grund für die Beschwerden ist, dass die wachsende Prostata immer stärker auf die Harnröhre, Harnblase und Blasenmuskulatur drückt.

Typische  Symptome einer Prostatavergrößerung sind:

  • häufiger und starker Harndrang
  • Nächtliches Wasserlassen - viele Männer müssen auch nachts aus dem Bett und zur Toilette
  • Probleme, das Wasserlassen zu beginnen ("Anlaufschwierigkeiten")
  • schwacher Harnstrahl - der Strahl ist nicht mehr so kräftig wie sonst und das Wasserlassen dauert länger
  • unterbrochener Harnstrahl - er setzt öfters aus
  • nach dem Wasserlassen träuftelt Urin nach
  • das Gefühl, dass die Blase nie ganz leer ist
  • später eventuell Inkontinenz mit unkontrolliertem Harnverlust

 

Vergrößerte Prostata?

Damit sind Sie damit nicht alleine. Machen Sie den Selbsttest anhand Ihrer Symptome und finden SIe heraus, ob Sie an einer Prostatavergrößerung leiden!

Gutartige Prostatavergrößerung: Stadien

Je nach Schwere der Symptome lässt sich die Prostatavergrößerung in drei Stadien einteilen:

  • Stadium 1 (Reizstadium): Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), nächtliches Wasserlassen (Nykturie), häufiges Wasserlassen, Probleme, das Wasserlassen zu beginnen, abgeschwächter Harnstrahl, Nachträufeln - aber kein Restharn
  • Stadium 2 (kompensierte Harnretention): Die Symptome verstärken sich, die Restharnmenge liegt bei mehr als 50 Milliliter, die Blasenkapazität nimmt ab
  • Stadium 3 (Dekompensation): Der Restharn beträgt mehr als 150 Milliliter (Überlaufblase), akuter Harnverhalt, Funktionseinschränkung der Nieren (Stauungsnieren) - bis hin zum Nierenversagen.

 

Ohne Behandlung kann eine gutartige Prostatavergrößerung zu bleibenden Schäden an der Harnblase und den Nieren führen. Die Komplikationen können sogar lebensbedrohlich werden. Suchen Sie also immer zeitnah Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf, wenn Sie unter einem oder mehreren der genannten Symptome leiden.

Welche Ursachen hat die Prostatavergrößerung?

Die Ursachen der Prostatavergrößerung sind noch nicht genau bekannt. Ärzte vermuten, dass diese langsame Vergrößerung der Prostata ein Teil des normalen Alterungsprozesses ist. Deshalb ist das Alter auch der wichtigste Risikofaktor für diese Prostataerkrankung, aber nicht nur! Folgende Faktoren scheinen ebenfalls an der Entwicklung beteiligt zu sein:

  • Hormone: Die Prostata wächst unter dem Einfluss von Geschlechtshormonen - dem Testosteron und dessen Abbauprodukt Dihydrotestosteron. Auch die weiblichen Östrogene stehen unter Verdacht, an der vergrößerten Prostata mitzuwirken.
  • Erbliche Faktoren (Gene)
  • Ungesunde Ernährungsweise und Übergewicht
  • Rauchen und Alkoholkonsum – der Zusammenhang mit einer vergrößerten Prostata ist aber nicht ausreichend belegt

Gutartige Prostatavergrößerung erkennen – das macht der Arzt!

Viele Männer haben ab einem gewissen Alter Beschwerden beim Wasserlassen. Nicht immer steckt eine Vergrößerung der Prostata dahinter. Auch die  Blase oder Nieren können daran schuld sein. Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen haben, suchen Sie immer Ihren Hausarzt oder Ihre Urologin auf. Mithilfe verschiedener Untersuchungen lässt sich feststellen, ob eine gutartige Prostatavergrößerung dahinter steckt.

Zunächst befragt der Arzt oder die Ärztin Sie zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Je genauer Sie Auskunft geben können, desto besser können Ärzte eine erste Einschätzung treffen. Wichtig sind unter anderem folgende Punkte:

  • Welche Beschwerden haben Sie genau?
  • Seit wann leiden Sie unter diesen Symptomen?
  • Wie intensiv sind Ihre Beschwerden?
  • Wie stark beeinträchtigen sie Ihren Alltag?
  • Sind andere Krankheiten bei Ihnen bekannt?
  • Gibt es Prostataerkrankungen in Ihrer Familie?
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja: welche und seit wann?

 

Viele Ärztinnen nutzen einen standardisierten Fragebögen (International Prostate Symptome Score = IPSS), um das Ausmaß der Beschwerden und die Auswirkung auf die Lebensqualität genauer zu bestimmen. Meist schließen sich weitere Untersuchungen an, zum Beispiel:

 

Manchmal folgen noch weitere Untersuchungen, die genauere Ergebnisse liefern. Dazu gehören:

  • Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie): Der Arzt bestimmt den Harnstrahl in Millilitern pro Sekunde, die Zeitdauer des Wasserlassens und die entleerte Urinmenge
  • Ultraschalluntersuchung der Prostata, meist durch den Enddarm (transrektaler Ultraschall, kurz TRUS)
  • Ultraschalluntersuchung der Harnblase und Nieren

Gutartige Prostatavergrößerung – alle Behandlungen

Welche Behandlung bei einer gutartigen Prostatavergrößerung zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa dem Ausmaß der Beschwerden, dem Leidensdruck, allgemeinen Gesundheitszustand und Alter. Aber auch Ihre persönlichen Wünsche, Vorstellungen und Überzeugungen spielen bei der Wahl der Therapie mit. Auch durch eine Veränderung Ihres Lebensstils können Sie manchmal eine Verbesserung Ihrer Symptome erreichen. 

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden grundsätzlich zwei Strategien: Ohne Op (konservativ) und mit Operation. Eine Op ist nötig, wenn die Symptome stark ausgeprägt sind und den Alltag und die Lebensqualität entscheidend beeinträchtigen. Auch wenn Medikamente nicht mehr genügend helfen oder Komplikationen auftreten, ist ein operativer Eingriff notwendig. Dazu gehören zum Beispiel hohe Restharnmengen, ein Harnverhalt oder Blasensteine.

 

1. Kontrolliertes Abwarten

Die Strategie des „kontrollierten Zuwartens“ bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte die Prostatavergrößerung zunächst nur beobachten und nicht behandeln. Sie erfragen regelmäßig die Symptome und protokollieren sie. Das Kontrollierte Abwarten ist eine Möglichkeit, wenn die Symptome nur mild ausgeprägt sind, kein Leidensdruck besteht und auch keine Komplikationen vorliegen. Wenn die Beschwerden zunehmen, sind eventuelle pflanzliche Medikamente der nächste Schritt. 

 

2. Medikamente bei Prostatavergrößerung

Es gibt verschiedene Medikamente, die Ärzte gegen die gutartige Prostatavergrößerung einsetzen - pflanzliche und chemische. Manchmal kombinieren sie auch mehrere Arzneien miteinander. Entweder bremsen sie das Wachstum der Prostata oder lindern die Symptome. Die Prostata wieder verkleinern können viele Arzneimittel jedoch nicht.

Alle Medikamente - pflanzlich und chemisch

Lesen Sie, welche pflanzlichen Arzneimittel bei einer Prostatavergrößerung helfen können - von Sägezahnpalme bis Brennnessel. Außerdem alles über chemische Medikamente, ihre Wirkungsweisen und welche Erfolge sie bringen.

 

3. Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung

Eine Operation kommt in Frage, wenn Ihre Beschwerden stärker ausgeprägt sind oder Medikamente keine ausreichende Verbesserung mehr bringen. Das Gleiche gilt, wenn Therapien mit Medikamenten aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Auch wenn Sie unter Folgeerkrankungen leiden, etwa wiederholten Harnwegsinfekten oder Blasensteinen, ist die Prostata-Op eine Möglichkeit. 

Daneben spielen bei der Entscheidung: Operation - ja oder nein? auch Ihre persönlichen Vorstellungen, Überzeugungen und Wünsche eine Rolle. Denn die Op ist zwar in den meisten Fällen sehr wirksam und lindert die Symptome effektiv.  Sie hat allerdings auch einige Nebenwirkungen.

Ziel der Operation ist es, die Prostata wieder zu verkleinern, den Engpass in der Harnröhre zu beheben und den Harnabfluss zu normalisieren. Es gibt verschiedene Techniken der Prostata-Op - die wichtigsten im Überblick.

 

Transurethrale Resektion der Prostata (TURP)

Bei einer TURP tragen Chirurgen das überschüssige Prostatagewebe mit Hilfe einer Elektroschlinge und Strom ab. Die TURP ist ein minimal-invasier Eingriff, den Ärzte über die Harnröhre vornehmen ("Schlüssellochchirurgie"). Ein großer Bauchschnitt ist also nicht nötig. Die Methode gilt als Standard bei einer Prostatavergrößerung. 

TURP

Erfahren Sie alles über den Ablauf, die Dauer, Wirksamkeit sowie die Risiken und Komplikationen der Transurethralen Resektion der Prostata

 

Laser-Behandlung

Ärzte schneiden oder verdampfen das Prostatgewebe mittels Laser - die Laserbehandlung ist ebenfalls eine Methode der Wahl bei einer vergrößerten Prostata.

Laser-Op der Prostata

Lesen Sie alles über den Ablauf, die Dauer, Wirksamkeit sowie die Risiken und Komplikationen der Laserbehandlung bei einer vergrößerten Prostata

 

Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP)

Das in den Blasenhals hineinreichende Gewebe wird seitlich eingeschnitten. Geeignet ist TUIP, wenn die Prostata noch nicht allzu groß ist.

TUIP

Erfahren Sie, für welchen Mann sich die TUIP eignet, wie sie abläuft und welche Vor- und Nachteile sie besitzt

 

Transurethrale Nadelablation der Prostata (TUNA)

Mittels Radiofrequenzwellen erhitzen Ärzte bei der TUNA das Prostatagewebe, dann geht es schrittweise zugrunde. Bis sich die Prostata verkleinert und die Probleme mit dem Wasserlassen verbessern, dauert es einige Wochen.

TUNA

Lesen Sie alles über den Ablauf, die Dauer, Vor- und Nachteile sowie Risiken und Nebenwirkungen der TUNA. Außerdem: Für welchen Mann die Methode sich eignet. 

 

Hochenergetische Transurethrale Mikrowellenthermotherapie (HE-TUMT)

Der Chirurg arbeitet mit hochenergetischen Mikrowellen, die das Prostatagewebe erwärmen und es absterben lassen.

HE-TUMT

Lesen Sie, für welchen Mann sich die Hochenergetische Transurethrale Mikrowellenthermotherapie eignet, wie sie abläuft, welche Vorteile sie hat und welche Risiken und Nebenwirkungen sie birgt. 

 

Prostata-Arterien-Embolisation (PAE)

Bei der Prostata-Arterien-Embolisation verschließen Ärztinnen die Arterien der Prostata mit Hilfe winziger Kügelchen.

Prostata-Arterien-Embolisation

Lesen Sie, für welchen Mann sich die Prostata-Arterien-Embolisation eignet, wie sie abläuft, welche Vorteile sie hat und welche Risiken und Nebenwirkungen sie birgt. 

 

Weitere Behandlungen bei einer Prostatavergrößerung 

Von Wasserstrahl bis Wasserdampf

Lesen Sie wie Ärzte die Prostata mittels Wasserstrahl verkleinern, wie sich die Prostata mit Hilfe von Wasserdampf schrumpfen lässt und welche  Ergebnisse die Magnetfeldtherapie in einer Studie gebracht hat.

 

Offene Prostata-Operation

Bei diesem Eingriff operieren Ärztinnen nicht minimal-invasiv ("Schlüssellochchirurgie"), sondern es ist ein größerer Unterbauchschnitt nötig. Ein Eingriff führen Ärzte unter einer Vollnarkose oder Halbkörpernarkose. Sie schälen die Prostata aus und es verbleibt nur die Kapsel der Vorsteherdrüse. Diese Art der Prostata-Op heißt auch offene Adenomenukleation, abgekürzt oAE. Nötig ist sie meist nur noch, wenn die Prostata sehr groß ist. 

Heute kommt die offene Op nur noch selten zum Einsatz, weil es inzwischen schonendere Alternativen gibt. Außerdem entdecken Ärzte die Prostatavergrößerung meist schon, bevor sie so große Ausmaße angenommen hat. Sie verbessert die Symptome und Beschwerden beim Wasserlassen sehr gut und langanhaltend. Auch eine erneute Operation der Prostata ist nur selten nötig, weil Chirurgen das überschüssige Gewebe maximal enfernen können. 

Allerdings ist die offene Adenomenukleation ein vergleichsweise starker operativer Eingriff, der mit einigen Nebenwirkungen und Komplikationen verknüpft sein kann. So brauchen zum Beispiel mehr Männer Bluttransfusionen und müssen länger im Krankenhaus bleiben. 

 

Prostatische Stents

Ein Stent ist ein kleiner Röhrchen aus Metall oder Kunststoff. Ärztinnen setzen es in die Harnröhre ein, um sie offen zu halten und den Harnabfluss zu verbessern. Prostatische Stents sind eine Therapiemöglichkeit, wenn eine Operation nicht in Frage kommt, etwa aufgrund Ihres Alters, Gesundheitszustandes oder einer begrenzten Lebenserwartung. Sie sind keine Dauerlösung und werden unter einer regionalen Narkose eingesetzt. Normalerweise können Sie schon kurz nach der Operation wieder in Ihren normalen Alltag zurückkehren.  

 

Therapien in der Erforschung

Forschende prüfen in Studien, ob Botox und Ethanol bei einer Prostatavergrößerung etwas ausrichten und die Beschwerden bessern können. Beide werden in die Prostata injiziert. 

  • Botulinumtoxin (Botox) ist ein starkes Nervengift, welches die glatte Muskulatur der Prostata entspannt. Auch  bei vielen Schönheits-Operationen kommt Botox zum Einsatz.
  • Ethanol ist eine Alkohol, der die Prostata verkleinern und den Harnfluss wieder verbessern soll.

 

Weder Botox- noch Ethanol-Injektionen in die Prostata sind derzeit zur Therapie der beningne Prostatahyperplasie außerhalb von klinischen Studien empfohlen. Die Wirksamkeit ist noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. 

Prostatavergrößerung: Welche Komplikationen können auftreten?

Wenn Ärzte die Prostatavergrößerung nicht behandeln, können einige Komplikationen auftreten, die sogar lebensbedrohlich werden können. Dazu gehören unter anderem:

  • Harnverhalt: Die Harnblase lässt sich nicht mehr spontan entleeren - Ärzte müssen einen Katheter legen, um den Urin nach außen zu befördern.
  • Blasenentzündung: Sie entsteht, wenn sich Bakterien in der Harnblase und Prostata vermehren und sich aufgrund des Restharns nicht vollständig ausspülen lassen.
  • Blutungen: Die Blutgefäße der Prostata oder  Blase können einreißen. Ein wichtiges Anzeichen dafür ist Blut im Urin. Die Blutungen können sich verstärkern, wenn Sie  gerinnungshemmende  Medikamente  einnehmen, etwa Acetylsalicylsäure oder Marcumar.
  • Blasensteine: In diesem Fall verbleiben Harnsteine in der Blase, die normalerweise  mit dem Urin ausgespült würden - dort können die Blasensteine wachsen.
  • Nierenschädigung: Wenn die Harnblase ist maximal gefüllt ist, staut sich der Urin bis zu den Nieren - die Nierenfunktion verschlechtert sich und die Nieren können Schaden nehmen.

Prostatavergrößerung - Tipps für den Alltag!

Wenn Ärzte die Prostatavergrößerung nur kontrolliert beobachten, können Sie auch selbst etwas tun, um die Beschwerden zu lindern. Einige Tipps, die auf Ihren Lebensstil abzielen!

  • Nehmen Sie gleichmäßig über den Tag etwa 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich. Trinken Sie keine größeren Mengen abends vor dem Schlafengehen oder wenn Sie bestimmte Aktivitäten planen, zum Beispiel eine längere Reisen.
  • Schränken Sie vor allem abends Ihren Alkoholkonsum ein – Alkohol wirkt harntreibend und Sie müssen nachts noch öfters raus als sonst. Ähnlich ist es übrigens mit Kaffee
  • Verwenden Sie scharfe Gewürze sparsam, denn sie wirken ebenfalls harntreibend.
  • Gehen Sie zur Toilette, bevor Sie ins Bett gehen.
  • Versuchen Sie es mit einem Blasentraining! Dabei lernen Sie, dem Harndrang nicht immer sofort nachzugeben und den Toilettengang immer weiter hinauszuschieben.

 

Textvorlage: Martina Häring

Quellen:

Aktuelles
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