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Strahlentherapie – Tipps zur Hautpflege und Ernährung

12. März 2026 | von Ingrid Müller - Chefredakteurin, aktualisiert und medizinisch geprüft

Die Strahlentherapie bei Prostatakrebs kann die Haut reizen und Magen-Darm-Probleme verursachen. Lesen Sie die besten Tipps zur Hautpflege und Ernährung während und nach der Bestrahlung.

Kurzüberblick

  • Hautpflege bei Bestrahlung: z.B. pH-neutrale, nicht parfümierte Seifen ohne Duftstoffe, lauwarmes Wasser zum Duschen/Baden, eventuell Cremes, Salben oder Öle bei trockener Haut, keine enge oder kratzende Kleidung, Naturfasern sind besser als Textilien aus Kunststoffen, kein direktes UV-Licht
  • Ernährung während Strahlentherapie: Bei Problemen wie Verstopfung oder Durchfall möglichst gesund essen, leicht verdauliche Lebensmittel, mehrere Portionen am Tag statt wenige üppige Mahlzeiten, sparsam sein mit blähenden, fetten, scharfen, stark gewürzten Speisen; ausreichend trinken, in netter Gesellschaft essen, worauf Sie Lust haben; 

Die Strahlentherapie über die Haut (perkutane Bestrahlung) kommt bei vielen Krebsarten zum Einsatz, auch bei Prostatakrebs. Die hochenergetische ionisierende Strahlung der Radiotherapie soll Krebszellen schädigen und zum Absterben bringen. Doch wie jede Krebsbehandlung ist auch die Bestrahlung nicht frei von Nebenwirkungen. 

Bei Prostatakrebs betreffen die unerwünschten Wirkungen vor allem die Haut und die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt. Die Prostata und andere Organe im Bauchraum reagieren besonders empfindlich auf die Strahlung. Doch Sie können während der Strahlentherapie und in den Wochen danach selbst etwas tun, um die Nebenwirkungen abzumildern – die wichtigsten Tipps zur Hautpflege und zur Ernährung.

 Welche Hautpflege bei Strahlentherapie?

Eine Strahlentherapie kann die Haut angreifen. Sie kann sich entzünden, anschwellen, röten wie bei einem Sonnenbrand und überwärmt anfühlen, aber auch austrocknen und schuppig  werden. Auch bräunliche Verfärbungen sind aufgrund der stärkeren Pigmentierung der Haut möglich. Zudem reagiert die bestrahlte Haut meist sehr empfindlich, zum Beispiel auf mechanische und chemische Reize. Eine entzündete Haut aufgrund einer Bestrahlung heißt medizinisch Strahlen- oder Radiodermatitis. 

Die Hautreaktionen setzen meist verzögert rund zwei bis drei Wochen nach dem Beginn der Bestrahlung ein. Sie können ebenso lang nach dem Ende der Bestrahlung anhalten.  Selbst wenn Sie (schwere) Hautreaktionen entwickeln: Fast immer bilden sie sich wieder vollständig zurück. Dauerhafte Schäden an der Haut kommen sehr selten vor. Versuchen Sie, Ihre Haut während der Strahlentherapie möglichst schonend zu behandeln und nicht zusätzlich  zu reizen.

Was darf man während einer Strahlentherapie nicht und was sollte man beachten?

  • Verwenden Sie keine hautreizenden, parfümierten Seifen mit Duftstoffen. Am besten für die Hautpflege sind Wasser und Seifen ohne Zusatzstoffe oder medizinische Seifen Sie sollten pH-neutral sein (Syndets). 
  • Duschen und normales Waschen sind aber möglich, am besten mit lauwarmem Wasser (nicht zu heiß, nicht zu kalt). Schenken Sie vor allem den Hautfalten Aufmerksamkeit. Achtung: Entfernen Sie die Markierungen nicht, die für die Positionierung bei der Strahlentherapie wichtig sind. Sie werden in der Regel für den Zeitraum der Bestrahlung durch transparente, wasserabweisende Folien geschützt.
  • Auf Parfüm, Deo und andere hautreizende Kosmetika verzichten Sie besser für einige Zeit.
  • Wenn die Haut spannt, empfinden manche feuchtigkeitsspendende Cremes, Salben oder Öle als wohltuend. Auch Hautpflegemittel für Babys, beispielsweise Cremes mit Calendula, können helfen (Allergien beachten!). Der häufige Ratschlag, dass man die Haut bei einer Strahlentherapie nicht eincremen darf, ist nicht richtig. Fragen Sie das Fachpersonal in der Radiologie, welche Hautpflege-Produkte am besten für die Strahlentherapie geeignet sind.
  • Wenden Sie keine Bürsten, Kratzer, grobe Frottiertücher oder Massagen auf Ihrer Haut an – dies kurbelt zwar die Durchblutung an, reizt die Haut aber mechanisch.
  • Verwenden Sie keine Pflaster mit hautreizender Wirkung, zum Beispiel Wärmepflaster.
  • Verzichten Sie auf warme oder heiße Umschläge, Sonne, Höhensonne oder Infrarotbestrahlung. Direkte UV-Strahlung kann die bestrahlte Haut weiter reizen. Meiden Sie also Sonnenbäder während der Radiotherapie und in den ersten Wochen danach. Gehen Sie auch nicht ins Solarium.
  • Vermeiden Sie Kälte auf der Haut, zum Beispiel in Form von kalten Umschlägen, Kompressen oder Eisbeuteln.
  • Meiden sollten Sie die Sauna oder das Schwimmbad (Chlorwasser) – auch dadurch wird die Haut beansprucht.
  • Reiben Sie Ihre Haut nicht mit Alkohol, Rheumamitteln oder anderen Substanzen und reizenden Flüssigkeiten ein.
  • Tragen Sie keine enge, kratzende oder scheuernde Kleidung, welche die Haut mechanisch reizt. Die Kleidung sollte weit sein und locker sitzen. Ziehen Sie außerdem Kleider aus Naturmaterialien an, zum Beispiel aus Baumwolle, Leinen oder Seide. Verzichten Sie möglichst auf Textilien aus Kunstfasern – es besteht verstärkte Schwitzgefahr!

 

Strahlentherapie

Lesen Sie, wie die Radiotherapie funktioniert, wie sie abläuft und wann sie zum Einsatz kommt.

Prostata Hilfe Deutschland: Illustrationsbild - Computertomografie
© okrasyuk/Adobe Stock

Welche Ernährung bei Bestrahlung? 

Eines vorab: Es gibt keine speziellen Diätempfehlungen und auch keine Ernährungsverbote während der Bestrahlung. Verzehren Sie Nahrungsmittel, auf die Sie Lust haben, die Ihnen schmecken und essen Sie vor allem bewusst und mit Genuss. Ernähren Sie sich möglichst vielfältig, abwechslungsreich und vollwertig – mit vielen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Die Strahlentherapie kann Magen-Darm-Probleme verursachen, weil die Strahlen die Schleimhäute im Verdauungstrakt reizen. Die Prostata und viele andere Organe im Bauchraum sind besonders empfindlich gegenüber Strahlung.

Folgende Tipps zur Ernährung können während der Strahlentherapie helfen:

  • Wählen Sie Lebensmittel, die gut bekömmlich und leicht verdaulich sind. Dazu gehören zum Beispiel gekochte Kartoffeln, Reis oder Nudeln. 
  • Verzehren Sie mehrere kleine Portionen am Tag statt weniger üppiger Mahlzeiten – so belasten Sie Ihren Verdauungstrakt weniger.
  • Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen und schlingen Sie Ihre Mahlzeiten nicht hastig nebenbei hinunter.  Vielleicht essen Sie in netter Gesellschaft? Auch das trägt zum Wohlbefinden bei.
  • Rohe Obst- und Gemüsesorten sowie Salate verzehren Sie besser nur in Maßen. Sie können Gemüse aber dünsten oder kochen, zum Beispiel Karotten.
  • Seien Sie sparsam mit blähenden Lebensmitteln. Dazu gehören beispielsweise Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen, Kohlsorten wie Blumenkohl, Rosenkohl, Brokkoli oder Wirsing, Zwiebeln oder Lauch. 
  • Essen Sie keine fetten, scharfen und stark gewürzten Speisen.
  • Trinken Sie ausreichend. Empfohlen sind mindestens 1,5 bis zwei Liter pro Tag. Gut sind Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtsaftschorlen. Denken Sie daran, dass  Getränke mit Kohlensäure unangenehme Blähungen verursachen können.
  • Bei Durchfall: Trinken Sie mindesten zwei, besser sogar drei Liter pro Tag. Nehmen Sie die Getränke  bis zum frühen Abend zu sich – sonst müssen Sie nachts häufiger raus.  Eventuell nehmen Sie Mineralien separat als Elektrolytlösungen zu sich. Bei starkem Durchfall fragen Sie Ihr Behandlungsteam. Es gibt wirksame Medikamente, die den Durchfall stoppen können, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Loperamid. 
  • Rauchen Sie nicht, weil es den Sauerstoffgehalt im Blut senkt und zur  Sauerstoffarmut im gesamten Körper führt. Die Strahlentherapie wirkt aber am besten, wenn der Körper gut mit Sauerstoff versorgt ist.
  • Verzichten Sie auf Alkohol oder seien Sie zumindest sehr sparsam mit Ihrem Alkoholkonsum. Größere Mengen alkoholischer Getränke können den Magen reizen.

 

Pflanzliche Ernährung

Wie eine pflanzliche Ernährung der Potenz auf die Sprünge helfen kann, untersuchte eine Studie. 

Prostata Hilfe Deutschland: Foto mit Roten Rüben
© Desertrose7/Pixabay

Daneben helfen dem Verdauungstrakt noch weitere Tipps:

  • Tragen Sie lockere, luftige Kleidung, die den Bauch nicht einschnürt. Auch die Unterwäsche sollte weit geschnitten (ohne straffe Gummizüge, die in die Haut einschneiden). Ihre Kleider sollten zudem atmungsaktiv sein (keine Kunststoffe, sondern Baumwolle), damit Sie nicht zu stark schwitzen.
  • Manchmal sind Sitzbäder wohltuend, zum Beispiel mit Kamille. Fragen Sie das radiologische Fachpersonal dazu.
  • Ganz allgemein sind Bewegung und Sport gut für den Körper und die Psyche. Auch die Verdauung profitiert davon, wenn Sie sich möglichst viel in Ihrem Alltag bewegen.
     

Allgemein gilt während einer Strahlentherapie und für die Zeit danach: Versuchen Sie, so normal wie möglich zu leben und Ihren Alltag zu gestalten.

Quellen: