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Symptome bei Prostatakrebs: diese sollten Männer ernst nehmen!

01. Juli 2021 | von Ingrid Müller
Aktualisiert und medizinisch geprüft am 1.7.2021
von Ingrid Müller, Chefredakteurin und Medizinjournalistin

Die Symptome bei Prostatakrebs sind oft unspezifisch und können auch im Rahmen anderer Krankheiten vorkommen. Lesen Sie, bei welchen Anzeichen Sie den Gang zum Arzt nicht scheuen sollten!

Prostatakrebs wächst in vielen Fällen langsam, verursacht zunächst keine Symptome und bleibt somit lange Zeit unentdeckt. Die meisten Männer spüren nichts von der Gefahr, die sich in der Vorsteherdrüse anbahnt. Eindeutige Symptome bei Prostatakrebs oder typische Frühwarnzeichen gibt es nicht. Oft liefert ein steigender PSA-Wert erste Hinweise auf einen bösartigen Tumor in der Prostata. Allerdings gibt es auch harmlose Ursachen dafür, wenn der PSA erhöht ist.

Hat der bösartige Tumor jedoch eine bestimmte Größe erreicht, zeigen sich die ersten Symptome bei Prostatakrebs. Dann aber hat der Krebs oft schon die Kapsel der Prostata durchbrochen und sich auf die Harnröhre ausgebreitet. Auch wenn der Krebs gestreut hat, also Metastasen in anderen Organen gebildet hat, macht er sich bemerkbar. Meist bilden sich die Krebsabsiedlungen zuerst in den Knochen – häufige Symptome bei Prostatakrebs sind dann (Rücken)Schmerzen.

 

Gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs?

Das Problem sowohl für Männer als auch für Ärzte ist, dass es keine spezifischen Symptome bei Prostatakrebs gibt, die eindeutig auf einen bösartigen Tumor in der Prostata hindeuten. Das heißt: Die Beschwerden – zum Beispiel beim Wasserlassen – können auch im Rahmen anderer, ungefährlicher Erkrankungen auftreten. 

Beispiele dafür sind:

 

So hat zum Beispiel beinahe jeder Mann mit zunehmendem Alter Probleme mit dem Wasserlassen. Am häufigsten steckt die gutartige Prostatavergrößerung dahinter. Die Prostata wächst mit den Jahren und engt die Harnröhre ein, die direkt durch die Vorsteherdrüse verläuft – kaum ein Mann bleibt von der größer werdenden Prostata verschont. Sie können einen Selbsttest machen, ob und wie stark Sie unter Beschwerden beim Wasserlassen leiden.

Mediziner haben ausgerechnet, dass:

  • zwischen dem 50. und 59. Lebensjahr etwa 20 Prozent der Männer eine gutartige Prostatavergrößerung haben.
  • bei Männern über 70 Jahren sogar bis zu 70 Prozent unter der beningnen Prostatahyperplasie leiden.

 

Probleme beim Wasserlassen können, müssen aber nicht zwangsläufig auf Prostatakrebs hindeuten.

 

Symptome bei Prostatakrebs – wann zum Arzt?

Erste Anzeichen für Prostatakrebs sind:

  • verstärkter Harndrang, vor allem nachts (Nykturie) – Männer müssen nachts öfters raus
  • Probleme, das Wasserlassen zu beginnen
  • Der Harnfluss ist schwach oder unterbrochen
  • Harninkontinenz: Männer „verlieren“ ungewollt Urin
  • Harnverhalt: Männer können kein Wasser mehr lassen
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Blut im Urin oder Ejakulat
  • Schmerzen im Bereich der Prostata
  • Schmerzen in der Kreuzgegend (unterer Rücken mit Steißbein und Lendenwirbel), im Becken, den Hüften oder den Oberschenkeln)
  • Erektionsschwäche oder Erektile Dysfunktion, umgangssprachlich Impotenz
  • verminderter Samenerguss

Suchen Sie immer zeitnah Ihren Arzt auf, wenn Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bei sich feststellen! Er findet heraus, was der tatsächliche Grund für Ihre Beschwerden ist. Die wichtigsten Früherkennungsuntersuchungen sind die Bestimmung des PSA-Wertes und die Tastuntersuchung (digitale-rektale Untersuchung).

 

Was lässt den Arzt Verdacht schöpfen?

Der Urologe Dr. Frank Schiefelbein erklärt, welche Fakten Ärzte hellhörig machen und welche Untersuchungen dann folgen.

Je früher Ärzte und Ärztinnen einen Prostatakrebs entdecken, desto besser ist er behandelbar und umso höher sind auch die Heilungschancen. Und diese stehen heute für Männer mit Prostatakarzinom sehr gut! Schätzungen zufolge leben mehr als 90 Prozent der Männer fünf Jahre nach der Diagnose Prostatakrebs noch.

 

Quellen: