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Corona-Impfung und Krebs – Fragen und Antworten (FAQ)

31. März 2021 | von Ingrid Müller

Die Corona-Impfung ist in Deutschland im Gang. Sollen sich Menschen mit einer Krebserkrankung wie Prostatakrebs gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 impfen lassen und welche Empfehlungen gelten für sie? Welche Impfstoffe gibt es, wie funktionieren sie und wirken Sie auch gegen Corona-Mutanten? Alle Antworten auf diese und andere Fragen im Überblick.

Die ersten Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen. Viele Menschen verbinden mit der Corona-Impfung die Hoffnung auf das Ende der Corona-Pandemie. Es gibt verschiedene Impfstoffe, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren. Beispiele sind mRNA-Impfstoffe, Vektorimpfstoffe und Proteinbasierte Impfstoffe (Antikörper-Impfstoffe). An vielen weiteren Vakzinen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 forschen Wissenschaftler derzeit weltweit.

Wovor schützt die Corona-Impfung und wie lange hält der Impfschutz an?

Die Corona-Impfung kann Menschen wirksam vor Covid-19 schützen, wie Studien nachgewiesen haben. Covid-19 ist der Name für die  Erkrankung, die das neue Coronavirus Sars-CoV-2 hervorruft. Die Gefahr für einen schweren Verlauf dieser Infektionskrankheit und das Sterberisiko sinken durch eine Impfung. Unklar ist aber noch, ob oder in welchem Ausmaß geimpfte Personen das Coronavirus an andere Menschen weitergeben können. Auch wie lange der Impfschutz anhält, ist noch nicht genau geklärt.

Was sind Covid-19 und das Post- oder Long-Covid-Syndrom?

Die Infektionskrankheit Covid-19 kann einigen Menschen sehr gefährlich werden. Besonders riskant ist eine Corona-Infektion für Ältere, chronisch Kranke und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Zu dieser Risikogruppe zählen auch Krebskranke, etwa Männer mit Prostatakrebs

Inzwischen ist bekannt, dass Covid-19 nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organe und Gewebe in Mitleidenschaft zieht. Dazu gehören zum Beispiel das Herz, Gehirn, die Blutgefäße oder die Nerven. Auch wer die Infektion gut überstanden hat, kann anschließend noch länger mit den Folgen zu tun haben. Experten sprechen vom sogenannten Post-Covid- oder Long-Covid-Syndrom

Typisch dafür sind diese Symptome:

  • Chronische Erschöpfung (Fatigue)
  • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, geringe Belastbarkeit
  • Schmerzen in den Muskeln und Gelenken
  • Atembeschwerden: Luftnot, Atemnot
  • Riech- und Geschmacksstörungen - das Coronavirus greift auch die Nerven an
  • Kognitive Beeinträchtigungen, etwa Aufmerksamkeits-, Denk- und Konzentrationsstörungen

 

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Sollen sich Krebspatienten gegen Corona impfen lassen?

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) rät Krebspatientinnen und Krebspatienten prinzipiell dazu, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen . Diese Empfehlung gilt, obwohl es zur Corona-Impfung von Krebspatienten mit den bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen kaum wissenschaftliche Daten gibt. Ncoh seine einige Fragen dazu offen, etwa wie lange der Impfschutz anhalte und ob es spezielle Langzeitnebenwirkungen durch die Corona-Impfung gebe, so die DGHO.

Die wichtigsten Fakten und Tipps der DGHO zur Corona-Impfung bei Krebs:

  • Die Impfung zum Schutz vor Covid-19 scheint zum jetzigen Zeitpunkt für alle Menschen mit einer Krebserkrankung sinnvoll. Besonders wichtig ist sie vermutlich, wenn die Krebserkrankung gerade aktiv ist und bald eine Chemotherapie und/oder Antikörper-Therapie folgen soll.
  • Von anderen Impfstoffe ist bekannt, dass sie auch bei Krebspatienten eine gute Wirksamkeit zeigen. Das gilt besonders, wenn Ärztinnen und Ärzte mehr als eine Dosis des Impfstoffs verabreichen. Bei den meisten Corona-Impfstoffen (mit Ausnahme des Janssen/Johnson & Johnson-Impfstoff) ist eine zweimalige Impfung notwendig.
  • Wer gerade krebskrank ist oder sich einer im gesamten Körper wirkenden (systemischen) Krebstherapie unterziehen muss, kann sich grundsätzlich gegen das neue Coronavirus SarsCoV-2 impfen lassen. Solche Therapien sind zum Beispiel die Chemotherapie, Antikörpertherapie oder Immuntherapie. Weder die Krebserkrankung noch die Krebsbehandlung ist eine Kontraindikation, die gegen die Corona-Impfung sprechen würde.
  • Wenn Sie derzeit eine Krebstherapie absolvieren müssen, etwa eine Chemotherapie: Es gibt noch keine genauen Erkenntnisse dazu, wann der beste Zeitpunkt für die Corona-Impfung ist. Aus Impfstudien wissen Ärzte jedoch, dass es bei einer Impfung mit mehr als einer Dosis nicht so wichtig ist, ob Ärzte sie vor, nach oder zwischen zwei Chemotherapie-Zyklen verabreichen. Eine Rolle spielen vielmehr die Verfügbarkeit von Impfstoffen, die Verträglichkeit sowie persönliche Vorlieben.
  • Unklar ist, ob Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem schlechter auf die Corona-Impfung ansprechen und ihre Wirksamkeit eingeschränkt ist. Das Immunsystem kann durch die Krebsbehandlung (z.B. Stammzelltransplantation) weniger schlagkräftig sein. Eventuell warten Ärzte mit der Impfung ab. Ist dies nicht möglich, ist auch eine kurzfristige Impfung ratsam.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder der Ärztin die Möglichkeit der Corona-Impfung möglichst nach dem Prinzip des Shared Decision Making. Darunter versteht man die gemeinsame Entscheidungsfindung, nachdem Sie mit Ihrem Arzt oder der Ärztin sämtliche Vor- und Nachteile diskutiert und abgewogen haben. Wichtig ist es immer, Ihre individuelle Lebenssituation und persönlichen Risikofaktoren zu berücksichtigen.

 

Wann sind Krebspatienten mit der Corona-Impfung dran?

Die Impfreihenfolge in Deutschland hat das Bundesgesundheitsministerium in einer Rechtsverordnung festgelegt. Die Basis dafür sind die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Auch der Deutsche Ethikrat hat Empfehlungen ausgesprochen. Es gibt verschiedene Dringlichkeitsstufen, nach denen die Bundesbürger geimpft werden sollen. 

Für Krebspatienten und onkologisches Personal gilt:

  • Das medizinische Personal in der Onkologie ist der höchsten Prioritätsgruppe zugeordnet.
  • Eine „hohe Priorität“ besitzen Menschen mit einer bösartigen Bluterkrankung oder einer behandlungsbedürftigen Krebserkrankung, die sich nicht zurückgebildet hat oder weniger als fünf Jahre her ist. Experten stufen diese Krebspatienten in die zweithöchste Risikogruppe ein. Sie erhalten eine Einladung zur Schutzimpfung von Ihrer  Krankenkasse oder Ihr behandelnder Arzt stellt ihnen ein  Attest aus.  Alle Krebspatienten müssen trotz Impfung weiterhin die AHAL-Regeln zum Schutz beachten. Denn der Impfschutz ist nicht hundertprozentig und fällt vielleicht bei Menschen mit Krebs etwas geringer aus.

 

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Corona-Impfung: Welche Impfstoffe gibt es und wie funktionieren sie?

Die Corona-Impfung ist Fachleuten zufolge  der Schlüssel, um der Corona-Pandemie endgültig ein Ende zu setzen. In Deutschland sind schon einige vielversprechende Impfstoffe zugelassen, die eine hohe Wirksamkeit gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 zeigen und effektiv vor einer schweren Covid-19-Erkrankung schützen. Wissenschaftler haben dies in Studien mit mehreren Tausend Probandinnen und Probanden nachgewiesen.

Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe werden auch für Menschen mit einer Krebserkrankung empfohlen, weil sie schwere Covid-19-Erkrankungen verhindern können – und damit anhaltende gesundheitliche Folgen wie das Long-Covid-Syndrom und den Tod.

Die zugelassenen Corona-Impfstoffe funktionieren nach verschiedenen Prinzipien. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie das Immunsystem aktivieren und eine Immunantwort auslösen. Der Körper produziert nach der Corona-Impfung Abwehrstoffe , sogenannte Antikörper. Beim Kontakt mit dem neuartigen Coronavirus tritt das Immunsystem auf den Plan und bekämpft die Viren.

Die Impfstoffe unterschieden sich außerdem in der Häufigkeit, mit Ärzte impfen müssen, sowie in den Transport- und Lagerungsbedingungen. Manche Impfstoffe müssen gut gekühlt werden, während sich andere bei Raumtemperatur aufbewahren lassen. Auch in der Wirksamkeit gibt es kleine Unterschiede.

- mRNA-Impfstoffe gegen Corona

mRNA-Impfstoffe funktionieren nach einem neuartigen Prinzip. Sie enthalten Teile der viralen Erbinformationen in Form der Boten-Ribonukleinsäure (messenger-RNA oder mRNA). Darunter befindet sich auch der Bauplan für ein bestimmtes Virusmerkmal (Virusantigen). Beim Corona-Impfstoff  handelt es sich um „Stachelprotein“ oder „Spike-Protein“. Diese „Stacheln“ verleihen dem Coronavirus sein typisches Aussehen und helfen ihm, in die menschlichen Zellen einzudringen und sich dort zu vermehren.

Anhand dieser Bauanleitung kann der menschliche Körper nach einer Corona-Impfung das Virusantigen selbst herstellen. Die mRNA überträgt die Informationen für die Produktion des Antigens an die Zellmaschinerie, die wiederum Eiweisse (Proteine) herstellt. Die Zellen präsentieren das hergestellte Antigen auf ihrer Oberfläche und rufen das Immunsystem auf den Plan – eine spezifische Immunantwort und die Produktion von (Abwehrstoffen) Antikörpern ist die Folge. 

Kommt der Körper nach der Impfung mit dem Coronavirus in Kontakt kommt, erkennt das Immunsystem dieses Antigen. Es kann das Coronavirus und damit die Infektion schnell und gezielt bekämpfen.

Beispiele für mRNA-Impfstoffe sind die Impfstoffe von:

  • BioNTech/Pfizer – zugelassen in Deutschland
  • Moderna – zugelassen in Deutschland
  • CureVac (in Prüfung)

 

- Vektorbasierte Impfstoffe gegen Corona

Das Prinzip der Vektorimpfstoffe ist schon länger bekannt. Zum Einsatz kommt solche Impfstoffe etwa bei Ebola oder dem Dengue-Fieber. Vektorbasierte Impfstoffe bestehen aus Viren, die für den Menschen ungefährlich und nicht vermehrungsfähig sind, den sogenannten Vektoren. Sie wurden gentechnisch verändert und dienen als „Transportmittel“ für genetische Informationen in Form von DNA.

In das Ergut der Viren wurde ein Gen eingeschleust, welches die Bauanleitung für einen Bestandteil des Virus trägt. Im Fall des Coronavirus Sars-CoV-2 handelt sich wieder um das typische „Stachel-Protein“. In den Zellen wird dieses Gen ausgelesen und dann das Eiweiss produziert. Es löst wiederum eine Immunantwort aus und das Immunsystem bildet Antikörper. Beim Kontakt mit dem Coronavirus werden dann die Immunzellen aktiv und bekämpfen das Virus. 

Beispiele für Vektorimpfstoffe sind die Impfstoffe von:

  • AstraZeneca/Universität Oxford – der Impfstoff ist in Deutschland bereits zugelassen. Als Vektoren kommen Erkältungsviren von Schimpansen zum Einsatz.
  • Janssen / Johnson & Johnson – er ist ebenfalls hierzulande zugelassen. Im Gegensatz zu allen anderen zugelassenen Impfstoffen genügt bei diesem eine einmalige Impfung
  • Der russische Impfstoff Sputnik V – der Impfstoff ist noch nicht in Europa und Deutschland zugelassen

 

Wichtig: Die DNA aus dem Vektorimpfstoff wird nicht in die menschliche DNA integriert. Auch eine Weitergabe an Tochterzellen ist nicht möglich. Das menschliche Erbgut (Genom) bleibt daher unangetastet -  durch die Corona-Impfung findet also keine Gentherapie  statt.

- Totimpfstoffe

Das Prinzip der Impfung mit einem Totimpfstoff gibt es ebenfalls schon lagen. Gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten oder Kinderlähmung impfen Ärzte mit Totimpfstoffen, die abgetötete Erreger enthalten. Gegen Corona kommt das abgetötete Sars-Cov-2-Virus zum Einsatz.

Beispiele:

  • Impfstoffe von Sinopharm und Sinovac - beide wurden in China entwickelt (in Deutschland noch nicht zugelassen)

 

- Proteinbasierte Impfstoffe

Die Covid-19- Impfung ist auch mit gentechnisch hergestellten künstlichen Eiweißen möglich, die dem neuen Coronavirus sehr ähnlich sind. Proteinbasierte Impfstoffe enthalten einzelne Bestandteile (Proteine) des Erregers. Beim Coronavirus ist es wieder das charakteristische Spikeprotein, mit dem sich das Virus an die Körperzellen anheftet. Im Körper löst dieses Protein eine Immunantwort aus und stellt so die Schutzwirkung her.

  • Beispiel: Impfstoff von Novavax (noch nicht zugelassen in Deutschland)

 

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Welche Nebenwirkungen kann eine Corona-Impfung haben?

Die Corona-Impfstoffe gelten insgesamt als gut verträglich. Allerdings können sie - wie jeder Impfstoff - bestimmte Nebenwirkungen hervorrufen. Meist gehen sie innerhalb kurzer Zeit (Stunden bis Tage) von selbst wieder vorüber. Die Langzeitwirkungen sind aber noch nicht ausreichend untersucht.

Bei mRNA- und Vektor-Impfstoffen sind folgende unerwünschten Wirkungen bekannt:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Erhöht Körpertemperatur, Fieber, Schüttelfrost

 

Für den Impfstoff von AstraZeneca berichtete das Paul-Ehrlich-Institut bei mehreren Personen eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen. Der Impfstoff ist deswegen in Deutschland nur noch für Personen ab 60 Jahren empfohlen. 

Bei allen Corona-Impfstoffen können nach der Impfung allergische Reaktionen auftreten. Dazu gehören sowohl lokale Überempfindlichkeitsreaktionen als auch schwerwiegende, potenziell lebensbedrohliche Sofortreaktionen (Anaphylaxie). Falls Sie unter einer Allergie leiden, besprechen Sie dies immer vor der Impfung mit Ihrem Arzt oder der Ärztin.

Kann die Corona-Impfung eine Krebserkrankung wieder ausbrechen lassen?

Manche Menschen mit einer Krebserkrankung befürchten, dass die Corona-Impfung eine „schlummernde“ Krebserkrankung wieder aktivieren und zum Ausbruch bringen kann. Impfstudien mit Krebspatienten und -patientinnen haben keine Anhaltspunkte dafür geliefert,  dass Impfungen einen Krebsrückfall auslösen können. Daher gehen Fachleute auch bei der Covid-19-Impfung nicht davon aus, dass sie eine Krebserkrankung auslöst oder verschlimmert. Auch andere Folgen, etwa eine Autoimmunerkrankung oder Unfruchtbarkeit, sind nach derzeitigem Wissensstand nicht zu erwarten.

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Was sind Corona-Mutanten und was macht sie besonders gefährlich?

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 ist sehr viel gefährlicher als die schon seit langem bekannten Coronaviren, die harmlose Erkältungen auslösen. Dazu kommt, dass es mittlerweile eine Reihe von Mutanten des ursprünglichen Coronavirus Sars-CoV-2 (den „Wildtyp“) gibt. Eigentlich sind Veränderungen im Erbgut (Mutationen) bei Viren nichts Ungewöhnliches. Doch diese Corona-Mutanten breiten sich noch schneller innerhalb der Bevölkerung aus, sind aggressiver und vermutlich auch tödlicher.

Die meisten dieser Corona-Mutanten haben Veränderungen am charakteristischen Stachelprotein („Spike-Protein“). Dieses Eiweiß erleichtert es den Viren, in die Zellen einzudringen  und sich dort vermehren. 

Einige dieser Mutanten sind sogenannte „Flucht-Mutanten“ oder Englisch „Escape-Mutanten“. Das heißt: Sie entziehen sich dem Angriff des menschlichen Immunsystems. Forscher befürchten daher, dass einige der Corona-Impfstoffe weniger gut oder gar nicht mehr gegen diese Mutanten wirken könnten.  

Die wichtigsten derzeit bekannten Mutanten des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 sind:

  • Britische Mutation: B.1.1.7
  • Südafrikanische Mutation: B. 1.351
  • Brasilianische Mutation: P.1
  • Corona-Mutation B.1.525 – vermutlich eine Kombination aus der britischen Variante B.1.1.7 und den südafrikanischen und brasilianischen Varianten B.1.351 und P.1. Die Variante ist womöglich noch viel ansteckender als die ursprünglichen Viren.

 

Fachleute gehen davon aus, dass sich zukünftig noch weitere Corona-Mutanten entwickeln werden, die sich verschieden stark in der Bevölkerung ausbreiten.

Wirkt die Corona-Impfung gegen die Mutanten?

Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass die verfügbaren Corona-Impfstoffe auch gegen die neuen Mutanten wirksam sind. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass die britische Mutante B.1.1.7. nur geringe bis mäßige Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Impfstoffe habe. Diese Variante breitet sich vor allem in Europa aus. Auch in Deutschland ist sie schon vorherrschend.

Anders sieht es mit den Corona-Mutanten B.1.351 und P.1 aus.  Sie tragen noch weitere Mutationen, die vermutlich die Wirksamkeit der Impfstoffe deutlicher reduzieren. Forscher gehen jedoch davon aus, dass sich die Impfstoffe relativ schnell an die neuen Corona-Varianten anpassen lassen.

Was können Menschen mit Krebs in Corona-Zeiten für sich selbst tun?

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie hat einige Tipps für Menschen mit Krebs zusammengestellt:

  • Beachten Sie die AHAL-Regeln: Abstand (1,5 bis 2 Meter), Hygiene (z.B. Händewaschen), Schutzmaske (FFP2, Op-Maske) und regelmäßig lüften. Nutzen Sie zudem die Corona-Warn-App.
  • Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit einem Corona-infizierten Menschen.
  • Achten Sie auf einen guten Gesundheitszustand: Ernähren Sie sich gesund, bewegen Sie sich viel an der frischen Luft und sorgen Sie für einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. So mildern Sie den Verlauf von Covid-19 ab, wenn Sie sich tatsächlich angesteckt haben.
  • Lassen Sie sich möglichst gegen Grippe und Pneumokokken impfen.
  • Setzen Sie Ihre Krebsbehandlung auf keinen Fall prophylaktisch aus. Eine gute Kontrolle der Krebserkrankung scheint den Verlauf von Covid-19 günstig zu beeinflussen.
  • Haben Sie keine Angst vor Terminen bei Ihren Ärzten. Im Fall einer Infektion sollten Menschen mit einer Krebserkrankung genauso behandelt werden wie Menschen ohne Krebs.
  • Eventuell sind blutverdünnende Medikamente ratsam. Fachleute vermuten, dass eine Blutverdünnung in den schwereren Stadien von Covid-19 eine wichtige Rolle spielt. Personen mit einer Krebserkrankung haben oft eine erhöhte Neigung zu Blutgerinnseln (Thrombose). Besprechen Sie alles ausführlich mit Ihrer Ärztin.
  • Ein Phänomen beobachten Fachleute bei Krebskranken häufiger als bei Menschen ohne Krebs: Sie scheiden das Coronavirus länger aus. Bei den meisten Menschen ist das Coronavirus nach etwa zwei Wochen nicht mehr nachweisbar. Bei Personen mit einer Immunschwäche kann das Virus in manchen Fällen noch lange nachweisbar sein. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt darüber.

 

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), Faktencheck SARS-CoV-2 für Krebspatient*innen mit Anhang zur Wirkung der Impfstoffe, 11. März 2021, https://www.dgho.de/publikationen/stellungnahmen/gute-aerztliche-praxis/coronavirus/faktencheck-sars-cov-2-fuer-krebspatienten-20210311.pdf (Abruf: 29.3.2021)
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2021/fk02-coronaimpfung-bei-krebspatienten.php und https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2021/news012-corona-impfung-trotz-chemotherapie.php.php (Abruf: 29.3.2021)
  • Deutsche Krebshilfe, https://www.krebshilfe.de/blog/was-krebspatienten-zum-coronavirus-wissen-muessen/ (Abruf: 29.3.2021)
  • Robert Koch-Institut (RKI) https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html (Abruf: 30.3.2021)
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI), https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/covid-19/covid-19-node.html (Abruf: 30.3.2021)
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG), https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/faq-covid-19- impfung.html?fbclid=IwAR3Vh8FXU4GRFppfm1CV_6XKdz2yXNDPexMg0gQ2CsUh4hMQgpDWGiGAB24 (Abruf: 30.3.2021)
  • Die Bundesregierung, https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/coronavirus-impfung-faq-1788988 (Abruf: 30.3.2021)
  • Gelbe Liste, https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/unterschiede-corona-impfstoffe (Abruf: 30.3.2021)
  • Zusammen gegen Corona, Bundesministerium für Gesundheit, https://www.zusammengegencorona.de/ (Abruf: 30.3.2021)
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF),  https://www.bmbf.de/de/das-sollten-sie-ueber-impfstoffe-wissen-12724.html (Abruf: 30.3.2021)