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Krebs in Deutschland: Fast jeder Zweite erkrankt

02. Februar 2026 | von Ingrid Müller

Fast jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Bei Männer ist Prostatakrebs die häufigste Tumorart. Und viele trifft die Krebsdiagnose schon vor dem 65. Lebensjahr, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). 

Krebs ist keine Seltenheit mehr, denn fast jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Lauf seines Lebens an Krebs. So erhalten 49 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben eine Krebsdiagnose. Etwa jede sechste Frau und jeden siebten Mann trifft Krebs sogar schon vor dem 65. Lebensjahr. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 517.800 Krebserkrankungen festgestellt – etwa 276.400 bei Männern und 241.400 bei Frauen. Rund die Hälfte aller Fälle ließ sich auf nur vier Krebsarten zurückführen: Prostatakrebs (79.600), Brustkrebs (75.900), Lungenkrebs (58.300) sowie Dick- und Enddarmkrebs (55.300). 

Zu diesen neuen Zahlen das Robert Koch-Institut (RKI). Die Daten wurden im Epidemiologischen Bulletin anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar veröffentlicht. Dieser internationale Aktionstag soll das Bewusstsein für Krebserkrankungen schärfen und zu Früherkennung, Prävention und Behandlung motivieren.

Prostatakrebs

Die wichtigsten Infos zu Ursachen, Symptomen, Behandlungen, Heilungschancen, Lebenserwartung und Prognose bei Prostatakrebs.  

Prostata Hilfe Deutschland: Grafik einer Krebszelle
© Kateryna Kon/Shutterstock

Sinkende Zahlen bei Neuerkrankungen und Todesfällen

Die Rate an Krebsneuerkrankungen ist weiterhin leicht rückläufig, wenn man den Anstieg der Krebszahlen aufgrund der alternden Bevölkerung berücksichtigt und statistisch herausrechnet. Krebs ist nämlich auch eine Frage des Alters, das als wesentlicher Risikofaktor für die meisten Krebsarten gilt – auch für Prostatakrebs.

Auch die Sterblichkeitsraten aufgrund einer Krebserkrankung sind in den letzten 25 Jahren gesunken: Bei Männer um 31 Prozent und bei Frauen um 21 Prozent. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland etwa 229.000 Sterbefälle durch Krebs verzeichnet – 123.000 Männer und 106.000 Frauen.

Vier Diagnosen waren für die meisten krebsbedingten Sterbefälle – und zusammen genommen für knapp die Hälfte der Todesfälle verantwortlich: Lungenkrebs (45.000), Darmkrebs (22.700), Bauchspeicheldrüsenkrebs (22.700) und Brustkrebs (18.700).

Deutschland im europäischen Vergleich 

Das RKI hat außerdem die Entwicklung in Deutschland für das Jahr 2022 mit jener in der Europäischen Union (EU) verglichen. Die Neuerkrankungs- und Sterberaten durch Krebs waren bei Frauen etwas höher und bei Männern etwas niedriger als im EU-Durchschnitt.  

Für Prostatakrebs berichtet das RKI jedoch höheren Zahlen im Vergleich mit europäischen Ländern:

  • Häufigkeit: 113,0 Fälle in Deutschland im Vergleich zu 96,5 Fällen in der EU
  • Sterblichkeit:  18,3 Fälle in Deutschland gegenüber 6,7 Fälle in der EU

 

Vergleichsweise höhere Raten finden sich aber nicht nur für Prostatakrebs, sondern auch für Brust- und Speiseröhrenkrebs, Lungenkrebs bei Frauen, Bauchspeicheldrüsenkrebs (Sterblichkeit) sowie schwarzen Hautkrebs (Malignen Melanom, im Hinblick auf die Häufigkeit). Niedrigere Zahlen bei Neuerkrankung und Sterblichkeit gibt es in Deutschland bei Darmkrebs, Leber-, Nieren- und Harnblasenkrebs sowie bei Männern für bösartige Tumoren von Mundhöhle/Rachen, Kehlkopf und Lunge.

Quelle:

Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin, 29. Januar 2026 (Abruf: 2.2.2026)