Newsletter
Tragen Sie sich für unseren Newsletter ein und erhalten Sie monatlich Updates von uns – direkt in Ihr Postfach.
Achtung!
Bitte prüfen Sie Ihren Spam-Ordner auf den Eingang der Bestätigungs-Mail.
(c) tungart7/Pixabay
Gesunder Lebensstil nach Prostatakrebs lohnt sich
12. Februar 2026Ein gesunder Lebensstil nach einer Krebserkrankung wie Prostatakrebs zahlt sich langfristig aus. Das Sterberisiko sinkt um bis zu 30 Prozent durch Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und Nichtrauchen, ergab eine neue Studie.
Viele Menschen in Deutschland erhalten eine Krebsdiagnose. Fast jeder Zweite muss damit rechnen, an Krebs zu erkranken. Bei Männern wird am häufigsten Prostatakrebs festgestellt. Im Jahr 2023 erkrankten rund 79.600 Männer an einem Prostatakarzinom, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Nach einer Krebsdiagnose ist ein gesunder Lebensstil empfohlen. Dazu zählen ausreichend Bewegung und Sport, eine gesunde Ernährung und ein normales Körpergewicht. Wer unter Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) leidet, sollte versuchen, abzunehmen. Außerdem sollten Menschen nach einer Krebserkrankung nicht rauchen und wenig oder keinen Alkohol trinken.
Dass sich eine gesunde Lebensweise auch viele Jahre nach einer Krebsdiagnose lohnt, ergab eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsfoschungszentrums (DKFZ). Langzeitüberlebende, die nicht rauchten, ausreichend körperlich aktiv waren und ein gesundes Körpergewicht hielten, lebten deutlich länger als Betroffene mit ungesünderen Gewohnheiten. Die gesunde Lebensweise wirkte sich also auf die Sterblichkeit aus. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin European Journal of Epidemiology veröffentlicht.
Mehr als 6.000 Krebsüberlebende begleitet
An der Studie nahmen mehr als 6.000 Menschen aus ganz Deutschland teil. Davon waren 3.158 Frauen. Im Schnitt waren die Probanden und Probandinnen 69 Jahre alt. Alle waren mindestens fünf Jahre zuvor an Brust-, Darm- oder Prostatakrebs erkrankt. Die Forschenden begleiteten und beobachten die Teilnehmenden über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren.
Sie wollten wissen, wie sich verschiedene Lebensstilfaktoren auf die Gesamtsterblichkeit auswirkten. Dafür erfassten sie den Alkoholkonsum, die körperliche Aktivität, das Rauchen und den Body-Mass-Index (BM). Dieser Wert zeigt, ob ein Mensch normalgewichtig, übergewichtig oder adipös ist. Gebildet wurden drei Gruppen mit verschiedenen Punktzahlen. Je höher die Punktzahl war, desto gesünder war auch der Lebensstil.
Sterberisiko sinkt um bis zu 30 Prozent durch gesunden Lebensstil
In die höchste Kategorie mit dem gesündesten Lebensstil (3 bis 4 Punkte) ließen sich 2.576 Teilnehmende (42,5 Prozent) einordnen. Personen in dieser Gruppe waren eher weiblich, gut gebildet, verheiratet beziehungsweise in einer dauerhaften Partnerschaft lebend und hatten weniger Begleiterkrankungen. Die mittlere Kategorie (2,5 Punkte) umfasste 1.409 Teilnehmende (23,3 Prozent), während die niedrigste Kategorie (0 bis 2 Punkte) 2.072 Teilnehmende umfasste (34,2 Prozent).
Die zentralen Ergebnisse der Studie waren:
- Wer einen insgesamt gesunden Lebensstil pflegte, hatte ein um rund 30 Prozent niedrigeres Sterberisiko als Menschen, deren Lebensgewohnheiten eher ungünstig waren.
- Besonders wichtig waren vier Faktoren: Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Aktivität, gesundes Körpergewicht sowie ein mäßiger oder kein Alkoholkonsum.
- Am stärksten wirkte sich der Rauchverzicht aus. Bei Menschen, die nie geraucht hatten, kam es im Untersuchungszeitraum zu fast 50 Prozent weniger Todesfällen als bei aktuellen Raucherinnen und Rauchern.
- Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils war unabhängig vom Alter, Geschlecht, von der Krebsart oder von anderen chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen.
„Ein gesunder Lebensstil hilft nicht nur, Krebs zu vermeiden, sondern kann auch nach einer Krebsdiagnose einen großen Unterschied machen“, fasst der Studienleiter Volker Arndt die Ergebnisse zusammen.
Gesunder Lebensstil ist ein Thema für die Nachsorge bei Krebs
Die Prognose für Krebserkrankungen wie Prostatakrebs ist in vielen Fällen gut, wenn der Tumor frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Außerdem gibt es verbesserte und neue Krebstherapien. Daher überleben immer mehr Menschen eine Krebserkrankung. In Deutschland leben laut dem DKFZ inzwischen mehr als fünf Millionen Menschen, die eine Krebskrankheit überstanden haben – die Mehrheit seit fünf Jahren und mehr.
Gleichzeitig beherzigten mehr als die Hälfte der Langzeitüberlebenden die Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil nur teilweise oder gar nicht. Auch Ärztinnen und Ärzte halten sich oft mit Ratschlägen an ihre Patientinnen und Patienten zurück, wenn es um eine gesunde Lebensweise geht. Sie sollten sie eigentlich dahingehend beraten, ermutigen und unterstützen.
Das Thema „gesunder Lebensstil“ sei daher ein besonders wichtig in der Nachsorge, so das DKFZ. So könnten zum Beispiel Lebensstilprogramme, vor allem zur Raucherentwöhnung und Förderung der körperlichen Aktivität, dazu beitragen, die Lebenserwartung und Lebensqualität von Krebsüberlebenden langfristig zu verbessern.
Quellen:
|

