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Prostatavergrößerung: Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP)

01. Juni 2021 | von Ingrid Müller

Bei einer transurethralen Inzision der Prostata (TUIP) entfernen Ärztinnen und Ärzte kein Prostatagewebe, sondern entlasten nur die Harnröhre. Lesen Sie, für wen sich die TUIP eignet, wie die Op abläuft und welche Vor- und Nachteile sie hat. 

 

Was ist TUIP?

Die  Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP) ist eine chirurgische Methode, die Ärztinnen und Ärzte zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung – der benignen Prostatahyperplasie - einsetzen. Bei dieser Prostata-Op schneiden Chirurgen das Gewebe am Blasenhals und der Prostata ein. Sie entfernen kein Prostatagewebe, sondern schaffen nur mehr Platz für die Harnröhre und entlasten sie. Wenn die Engstelle beseitigt ist, verbessern sich auch die Symptome, Beschwerden beim Wasserlassen und der Harnfluss. 

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TUIP – für welchen Mann?

Geeignet ist TUIP für junge Männer, die sexuell aktiv sind und noch eine verhältnismäßig kleine Prostata haben. Das Volumen sollte höchstens bei 30 Millilitern liegen. Dieser Wert wurde in Studien ermittelt. Auch wenn Medikamente die Symptome nicht genügend bessern können sowie Männer sie nicht vertragen oder nicht einnehmen dürfen, ist die TUIP eine Behandlungsmöglichkeit. Ärzte wenden die TUIP heute jedoch nicht mehr so häufig an, weil sich mit Prostata-Medikamenten oft genauso gute Ergebnisse erzielen lassen.

 

TUIP: Ablauf der Prostata-Op

Die TUIP gehört zu den minimal-invasiven Verfahren. Bei dieser „Schlüssellochchirurgie“ ist keine großer Bauchschnitt nötig. Die Vorteile sind ganz allgemein, das es bei minimal-invasiven Eingriffen weniger Nebenwirkungen und Komplikationen gibt, etwa Blutungen. Außerdem können Sie das Krankenhaus schneller wieder verlassen und sind rascher wieder fit für den Alltag und Beruf. 

Der Ablauf der TUIP lässt sich ungefähr so beschreiben:

  • Männer erhalten eine regionale Narkose oder Vollnarkose.
  • Chirurgen führen über die Harnröhre ein spezielles Endoskop (Resektoskop) ein, das mit einer Kamera ausgestattet ist. Sie liefert Bilder aus der Prostata, die Chirurgen auf dem Monitor sehen können. Dadurch lässt sich die TUIP-Op gut kontrollieren und überwachen.
  • Die Ärztin schneidet das Gewebe am Übergang von Blasenhals und Prostata ein. Meist geschieht dies mit Hilfe eines elektrochirurgischen Messers, das eine Klinge besitzt (Collings-Messer). Manchmal kommt auch ein Laser (Holmium- oder KTP-Laser) zum Einsatz. Der Arzt setzt ein oder zwei kleine Schnitte.
  • Eventuelle Blutungen lassen sich mittels Strom oder Laser gleich stoppen.
  • Dann legt der Arzt über die Harnröhre einen Katheter in die Harnblase ein, der dort einige Tage verbleibt. Der Urin gelangt über den Katheter nach außen, was unter anderem die Wundheilung verbessert. Außerdem lässt sich die Blase über den Katheter regelmäßig spülen, um eventuelle Blutgerinnsel zu vermeiden.

 

Für Männer bedeutet die TUIP: Wenn der Engpass beseitigt ist, sinkt auch der Druck auf die Harnröhre -  der Harnfluss aus der Blase verbessert sich und die Symptome lassen nach.

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TUIP: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

TUIP reduzierte in Studien die Symptome und Beschwerden beim Wasserlassen nach zwölf Monaten deutlich.  Auch die Lebensqualität verbesserte sich. Insgesamt hielten die positiven Effekte bis zu 60 Monate an. Sie sind mit den Ergebnissen einer transurethralen Resektion der Prostata (TURP) vergleichbar. 

Die TUIP hat einige Vorteile, zum Beispiel:

  • Der chirurgische Eingriff besitzt nur wenige Nebenwirkungen. Blutungen kommen nur selten vor und Bluttransfusionen sind daher in der Regel nicht nötig.
  • Im Gegensatz zur TURP lässt sich bei der TUIP bei der Mehrzahl der Männer ein trockener Samenerguss (retrograde Ejakulation) als Nebenwirkung vermeiden. Dabei gelangt die Samenflüssigkeit bei der Ejakulation nicht nach außen, sondern in die Harnblase. Von dort aus wird sie mit dem Urin ausgespült. Dadurch vermindert sich die Fruchtbarkeit der Männer. Dies kann von Bedeutung sein, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist.

 

Ein Nachteil der TUIP ist, dass häufiger als bei der TURP eine erneute Operation notwendig ist, oft schon innerhalb eines Jahres. Denn Chirurgen entfernen das überschüssige Prostatagewebe nicht, sondern schneiden es nur ein. Das Gewebe kann daher weiter wachsen.

 

TUIP: Wer trägt die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen tragen in der Regel die Kosten der TUIP, wenn Männer die medizinischen Voraussetzungen für die Op erfüllen. Auch die privaten Krankenversicherungen übernehmen normalerweise die Kosten dafür . Sprechen Sie aber zur Sicherheit vor dem Eingriff mit Ihrem Arzt oder der Ärztin sowie Ihrer Krankenkasse. 

Quellen: