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Früherkennung von Prostatakrebs: Was lässt den Arzt Verdacht schöpfen?

15. Februar 2018

Ihr Arzt hat den Verdacht auf Prostatakrebs geäußert? Dann haben Sie sicher viele Fragen. Dr. Schiefelbein gibt Antworten.

 

Prostatakrebs: Was lässt den Hausarzt Verdacht schöpfen?

Wenn der Hausarzt oder Urologe im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung den Verdacht äußert, dass Prostatakrebs vorliegen könnte, was steckt dann dahinter? Was lässt ihn Verdacht schöpfen?

Meist ist dann der Tastbefund auffällig, erklärt Dr. Frank Schiefelbein, Urologe aus Würzburg. Denn andere Untersuchungen, die auf ein Prostatakarzinom im frühen Stadium hindeuten könnten – wie etwa die Bestimmung des PSA-Werts oder ein sogenannter transrektaler Ultraschall, kurz TRU – werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen.

 

Symptome erst in späten Stadien

Aber auch andere Auffälligkeiten können dazu führen, dass der Arzt Verdacht schöpft. Im frühen Stadium verursacht Prostatakrebs zwar keine Symptome. Aber in fortgeschrittenen Stadien kann es Warnzeichen geben: zum Beispiel Blut im Urin, Schmerzen im Bereich der Prostata, Probleme mit dem Wasserlassen oder beim Stuhlgang oder auch Rückenschmerzen oder Ischias-ähnliche Schmerzen.

 

Wie geht es bei einem auffälligen Tastbefund weiter?

Ist es ein auffälliger Tastbefund, der den Verdacht auf Prostatakrebs begründet hat, dann werden erst einmal die anderen Untersuchungen gemacht: nämlich der PSA-Wert bestimmt und ein transrektaler Ultraschall – also eine Ultraschalluntersuchung vom Enddarm aus – gemacht.

Sollten sich auch hier Auffälligkeiten zeigen, wird in der Regel eine Biopsie gemacht: Denn die Diagnose Prostatakrebs kann grundsätzlich nur durch eine Biopsie, also eine Probenentnahme aus der Prostata, sicher festgestellt werden.

 

Warum ist eine Biopsie notwendig?

Doch warum ist eine Biopsie überhaupt notwendig? Könnte man nicht auch über einen Ultraschall oder eine Kernspintomographie (MRT) feststellen, ob ein bösartiger Tumor in der Prostata vorhanden ist?

Ultraschall oder MRT können nur Hinweise geben, so Schiefelbein. Die letztendliche Diagnose kann man nur feingeweblich stellen. Das heißt, ein Pathologe muss sich die Zellen unter dem Mikroskop anschauen.

 

Wer führt die Biopsie durch?

Von wem sollte man die Biopsie machen lassen? Und kann man sich den Arzt aussuchen? Schiefelbein: Die Biopsie wird ambulant von einem Urologen durchgeführt. Sollte der Arzt die Biopsie selbst nicht anbieten, kann er auf einen Kollegen verweisen. Ins Krankenhaus muss man dafür nicht.

 

Was kommt bei der Untersuchung auf mich zu?

Wesentlich ist, dass man für die Biopsie entsprechend aufgeklärt wird, so Schiefelbein. Denn auch wenn bei einer Biopsie nur ganz feine Stanz-Zylinder entnommen werden, ist das ein invasiver Eingriff mit gewissen Risiken. Zum Beispiel kann es notwendig sein, vorab Medikamente abzusetzen oder umzustellen, um das Risiko der Blutung zu minimieren. Und der Patient muss sorgfältig über den Eingriff, den Ablauf und die möglichen Folgen aufgeklärt werden.

 

Ist die Biopsie wirklich notwendig?

Soll ich mich als Patient wirklich einer solchen Biopsie unterziehen, auch wenn ich keine Beschwerden habe? Ja, denn Prostatakrebs verursacht erst in einem sehr späten Stadium Symptome, erläutert Dr. Frank Schiefelbein. Wir wollen den Krebs aber möglichst in einem frühen Stadium diagnostizieren.

 

Wie schnell sollte die Biopsie gemacht werden?

Ist Eile geboten? Eile in dem Sinne nicht, meint Schiefelbein. Aber die Untersuchung sollte dennoch zeitnah geplant und durchgeführt werden, um den Verdacht möglichst bald zu bestätigen oder auch auszuräumen.