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PSA-Werte – so lesen Sie die Prostata-Werte richtig
17. Dezember 2025 | von - Chefredakteurin, aktualisiert und medizinisch geprüftDie PSA-Werte können Hinweise auf einen möglichen Prostatakrebs geben. Alles über freies und gebundenes PSA, die PSA-Dichte, PSA-Anstiegsgeschwindigkeit, PSA-Verdoppelungszeit und den PSA-Quotient.
Kurzübersicht
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Was ist PSA?
PSA ist die Abkürzung für prostataspezifisches Antigen, ein spezielles Eiweiß (Protein). Die PSA-Werte gelten als wichtiger Biomarker in der Früherkennung von Prostatakrebs. Auch der Verlauf einer Prostatakrebserkrankung lässt sich durch den PSA-Wert überwachen. Zwar schütten auch gesunde Prostatazellen PSA aus, aber Prostatakrebszellen in deutlich größeren Mengen. Das PSA ist jedoch kein spezifischer Krebsmarker, anhand dessen sich Prostatakrebs eindeutig erkennen ließe. Denn der PSA-Wert kann auch ohne Prostatakrebs erhöht sein hat. Erhöhte PSA-Werte kommen auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BHP), Prostataentzündung (Prostatitis) oder bei Druck auf die Prostata vor, etwa nach dem Sex oder Radfahren.
Umgekehrt gilt jedoch auch: Niedrige PSA-Werte sind keine Garantie dafür, dass ein Mann keinen Prostatakrebs hat. Beim Verdacht auf Prostatakrebs folgen daher immer noch andere Untersuchungen, etwa die Tastuntersuchung, der transrektale Ultraschall (TRUS), die Magnetresonanztomografie (MRT) und - um endgültige Klarheit zu bekommen - die Gewebeentnahme (Biopsie).
PSA in der Früherkennung Die Tastuntersuchung hat ausgedient - stattdessen kommen PSA-Test und MRT zum Einsatz. | ![]() |
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Freies und gebundenes PSA
PSA ist ein Eiweiß, das nur die Drüsenzellen der Prostata herstellen, um den Samen zu verflüssigen und bewegliche Spermien freizusetzen. Es ist größeren Mengen in der Samenflüssigkeit und in geringeren Konzentrationen auch im Blut nachweisbar, wo es keine Funktion erfüllt. PSA findet sich also im Blut von gesunden Männern, aber auch bei Männern mit Prostatakrebs.
Ärztinnen und Ärzte ziehen den PSA-Wert zur Diagnostik von Prostatakrebs mit heran, weil Krebszellen viel größere Mengen PSA produzieren als gesunde Prostatazellen. Die neuen Leitlinien zu Prostatakrebs haben verschiedene Grenzwerte und Risikogruppen festgelegt, nach denen sich das weitere Vorgehen und die Kontrollintervalle bei der Früherkennung richten:
- PSA-Wert ≤1,5 ng/ml | niedriges Risiko | Kontrolle alle fünf Jahre
- PSA-Wert 1,5–2,99 ng/ml | mittleres Risiko | Kontrolle alle zwei Jahre
- PSA-Wert ≥3 ng/ml (kontrolliert) | hohes Risiko | bKontrolle innerhalb von drei Monaten und weitere Einflussfaktoren berücksichtigen, dann weitere Diagnostik
Doch was bestimmen Ärzte eigentlich genau, wenn Sie den PSA messen? Das Eiweiß PSA liegt in zwei Varianten vor.
Freies PSA (fPSA)
Freies PSA (fPSA) ist biologisch aktiv. Normalerweise beträgt der Anteil des fPSA am gesamten PSA im Blut etwa 10 bis 30 Prozent. Wie hoch das freie PSA ist, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:
- von der Prostatagröße
- vom Alter
- Eine vorherige Tastuntersuchung, ein transrektaler Ultraschall, Sex oder Radfahren reizen die Prostata und sie schüttet vermehrt PSA aus.
- Auch bei gutartigen Prostataerkrankungen, etwa der Prostatavergrößerung, tritt vermehrt freies PSA auf.
Ein fPSA-Anteil von über 20 bis 25 Prozent gilt als unverdächtig. Bei einem niedrigeren fPSA von unter 15 Prozent kann ein Prostatakarzinom die Ursache sein.
Gebundenes (komplexiertes) PSA (cPSA)
Zu etwa 70 bis 90 Prozent ist das PSA an andere Eiweiße gebunden und bildet unlösliche Komplexe – somit ist es biologisch inaktiv. Wichtig ist diese biologische Inaktivität, weil PSA eine eiweißverdauende Wirkung besitzt und somit Schaden anrichten könnte. Das PSA bildet zum Beispiel Verbindungen mit den Eiweißen Alpha-1-Antichymotrypsin (ACT) oder Alpha-2-Makroglobulin. Bei Männern mit Prostatakrebs kann die Menge an gebundenem PSA erhöht sein. Allerdings ist dieser Wert an komplexiertem PSA nicht sonderlich zuverlässig.
Die Summe aus beiden Werten – dem freien und gebundenen PSA – ist das Gesamt-PSA. Dieser Wert heißt auch “total PSA” oder abgekürzt tPSA.
PSA-Dichte
Die PSA-Dichte (PSAD, Engl. PSA-Density) kann weitere Hinweise auf einen möglichen Prostatakrebs liefern. Sie errechnet sich, indem der PSA-Wert (ng/ml) und das Prostatavolumen (ml) zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Die Größe der Prostata lässt sich mit Hilfe des transrektalen Ultraschalls (TRUS) ermitteln. Prostatakrebszellen schütten deutlich größere Mengen PSA aus als gesunde Zellen. Eine hohe PSA-Dichte ist daher ein Anhaltspunkt dafür, dass ein Prostatakrebs vorliegen könnte.
Allgemein kann man sagen: Je größer die PSA-Dichte ist, desto wahrscheinlicher ist ein Prostatakrebs und desto größer ist vermutlich auch der bösartige Tumor. Sehr kleine Karzinome lassen sich mit Hilfe der PSA-Dichte allerdings kaum erkennen. Das gilt besonders, wenn ein Mann zusätzlich eine gutartige Prostatavergrößerung hat.
Die stärksten vorhersagenden Parameter (diagnostische Prädiktoren), dass ein klinisch auffälliges Prostatakarzinom vorliegt, sind laut der neuen Leitlinie die PSA-Dichte und der PI-RADS-Score (Veränderungen im MRT). Beide Faktoren können Ärztinnen und Ärzte miteinander kombinieren und daraus das Risiko für Prostatakrebs abschätzen. Bei der PSA-Dichte sei allerdings zu beachten, dass sie nur bei Prostatadrüsen bis zu 75 Milliliter statistisch signifikant mit einem bösartigen Prostatatumor verbunden ist, so die Leitlinie.
PSA-Quotient
Beim Verdacht auf Prostatakrebs errechnen Ärzte nicht nur das freie PSA und das Gesamt-PSA, sondern auch den sogenannten PSA-Quotient. Dieser Wert ist das Verhältnis von freiem PSA zum Gesamt-PSA, also fPSA zu Gesamt-PSA. Dieser PSA-Quotient kann Ärzten und Ärztinnen helfen, zwischen einer gutartigen Prostataerkrankung und Prostatakrebs zu unterscheiden.
- Beträgt der PSA-Quotient mehr als 20 Prozent, ist der erhöhte PSA-Wert vermutlich auf eine andere Ursache zurückzuführen, zum Beispiel auf eine gutartige Prostatavergrößerung.
- Liegt der PSA-Quotient unter 15 Prozent, ist ein Prostatakrebs wahrscheinlicher. Werte zwischen 15 und 20 Prozent stufen Ärzte und Ärztinnen oft als „Graubereich“ ein. Mehrere Ursachen können dafür in Frage kommen.
- Die Gefahr für Prostatakrebs steigt umso höher, je näher der PSA-Quotient an den Wert von 10 Prozent (oder darunter) heranreicht. Allerdings kann auch eine chronische Prostataentzündung einen niedrigen PSA-Quotienten verursachen. Es gilt daher, die Prostatitis als Ursache auszuschließen.
PSA erhöht? Lesen Sie 6 Gründe für einen erhöhten PSA-Wert, die nicht Prostatakrebs heißen! | ![]() |
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PSA-Anstiegsgeschwindigkeit
Ein weiterer Wert für die Einschätzung, ob ein Prostatakarzinom vorliegen könnte, ist die Anstiegsgeschwindigkeit des PSA-Wertes (engl. PSA-Velocity). Sie beschreibt, um wie viel der PSA-Wert pro Jahr zunimmt.
Eine korrekte Beurteilung der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit ist nur möglich, wenn der Arzt oder die Ärztin innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehrmals den PSA-Wert bestimmt. Wichtig ist zudem, dass immer das gleiche Messverfahren genutzt wird, weil sonst die Aussagekraft der PSA-Messung eingeschränkt ist. Zu beachten ist auch, dass der PSA einer gewissen Dynamik unterliegt. Ein genauer Grenzwert ist daher kaum festzumachen. Besonders bei kurzen Beobachtungsintervallen ist die Gefahr groß, dass dieser Grenzwert schon wegen der biologischen Variabilität des PSA-Wertes überschritten wird, ohne dass ein Prostatakrebs vorliegt.
Wenn der PSA-Wert steigt und wieder fällt, ist der Grund für die PSA-Erhöhung wahrscheinlich eher in einer Prostataentzündung oder Reizung der Prostata zu suchen. Wenn der PSA-Wert stetig steigt und die Prostata selbst nicht größer wird, könnte Prostatakrebs die Ursache sein. Allgemein gilt: Je schneller der PSA-Wert ansteigt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen aggressiven Tumor.
PSA-Verdoppelungszeit
Außerdem ziehen Ärztinnen und Ärzte die sogenannte PSA-Verdoppelungszeit (PSAVZ) heran. Sie zeigt, in welchem Zeitraum sich der PSA-Wert verdoppelt. Mindestens zwei Messungen im Abstand von mehreren Monaten sind nötig, um die PSA-Verdoppelungszeit zu bestimmen. Je mehr Werte zum Vergleich vorliegen, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis. Auch hier ist es wichtig, immer das gleiche Messverfahren anzuwenden, weil sonst die Werte nicht ausreichend vergleichbar sind. Die PSA-Verdoppelungszeit kann zudem Hinweise darauf liefern, ob ein Prostatakrebs schnell oder langsam wächst.
FAQs zum PSA-WertLesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den PSA-Wert in der Übersicht. |
Quellen:
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