Ernährung, Sport und Alltag: Das Leben genießen!

Wer an Krebs erkrankt, sollte versuchen, den eigenen Kräften und Erfahrungen zu vertrauen, und so aktiv wie möglich weiterhin am Leben teilzunehmen.

A | Wie kann ich meinen Alltag wieder bewältigen?

Die Diagnose Prostatakrebs schneidet tief in den Alltag der Männer, aber auch der Angehörigen ein. Manchmal verändert sich das Leben nur zeitweise, etwa während der Krebsbehandlungen. So dürfte kaum ein Mann jemals zuvor so viele Besuche beim Arzt und verschiedenste Untersuchungen absolviert haben. Denn Männer gehen ganz allgemein seltener als Frauen zum Doktor. Manchmal beeinträchtigt der Prostatakrebs den Alltag dauerhaft und führt zu Einschränkungen, etwa wenn die Tumorerkrankung fortgeschritten ist.

Daneben hinterlassen die Krebstherapien selbst  Spuren und Narben im gewohnten Leben. So leiden viele Männer unter Erektiler Dysfunktion und Inkontinenz nach einer Prostata-Op oder Bestrahlung. Die Fatigue – ein chronischer Erschöpfungszustand – kann ebenfalls die Folge der Prostatakrebs-Behandlungen sein. Und die männliche Psyche ist meist auch angeschlagen.

Prostata Hilfe Deutschland: Illustrationsbild - Mann am Strand

Prostatakrebs überstanden – wie Sie das Leben wieder genießen! 
© qimono/Pixabay.com

Zurück ins Leben – das wünschen sich die meisten!

Die meisten wollen wieder in ihren Alltag und Beruf zurückkehren und ein Stück weit Normalität gewinnen. Der Wunsch, das eigene Leben weiter nach den persönlichen Vorstellungen zu leben, bleibt ja trotz Prostatakrebs bestehen. Wer schon früher freisefreudig, sportlich und sozial aktiv war, möchte es auch weiterhin sein. Für viele Männer ist es sogar eine persönliche Antriebsquelle, wieder einen Lebenszustand wie vor der Krebserkrankung zu erreichen. Und das kann tatsächlich gelingen.

Ärzte tragen ihren Teil dazu bei, dem Prostatakrebs „Beine zu machen“, sein Wachstum zu stoppen oder seine Rückkehr zu verhindern. Aber Sie selbst können auch einiges tun, um sich körperlich, seelisch und geistig wieder besser zu fühlen: Setzen Sie an Ihrem Lebensstil an!

B | Ernährung – so essen Sie gesünder!

Dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung vorbeugend gegen Krebs wirken kann, ist inzwischen vielen Menschen bewusst. So sind Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) Risikofaktoren für verschiedene Erkrankungen, etwa die Zuckerkrankheit Typ-2-Diabetes. Aber auch mit bestimmten Krebsarten steht ein zu hohes Körpergewicht in Verbindung, zum Beispiel Darmkrebs oder Brustkrebs. Die alleinigen Krankheitsauslöser sind zu viele Kilos auf den Hüften jedoch nicht! Es müssen immer mehrere Faktoren zusammenkommen, damit Krebs entsteht.

Dennoch können Sie durch gesunde Ernährungsgewohnheiten den Verlauf Ihres Prostatakrebses günstig beeinflussen. Heilen kann eine Ernährungsumstellung den Prostatakrebs jedoch nicht. Wenn Sie gesund essen, versorgen Sie Ihren Körper mit wichtigen Nährstoffen, stärken den Organismus und das Immunsystem und bremsen unter Umständen das Krebswachstum leicht.

C | Bewegung – fit im Alltag

Sport und Bewegung sind für die Gesundheit enorm wichtig. Auch bei Krebs spielt körperliche Aktivität eine wichtige Rolle. Wer in Bewegung kommt und bleibt, hat weniger Beschwerden, ist belastbarer und gewinnt eine höhere Lebensqualität. Einige allgemeine Tipps für Ihren sportlichen Anfang!

  • Schnüren Sie aber nicht einfach Ihre Joggingschuhe und rennen los, sondern lassen Sie es langsam angehen. Trainieren Sie nicht auf Leistung, sondern hören Sie in sich hinein und finden heraus, was Ihnen gut tut. Beginnen Sie zum Beispiel mit einem flotten Spaziergang und steigern Sie dann die Trainingsintensität langsam.
  • Bevor Sie ins Fitnessstudio oder auf den Fußballplatz gehen: Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Sie für belastbar genug hält und welche Art von Sport oder Bewegung für Sie infrage kommt.
  • Vielleicht schließen Sie sich einer speziellen Sportgruppe für Krebskranke an? Manchen fällt das Sporttreiben in der Gruppe leichter. Außerdem macht es gemeinsam oft mehr Spaß.
  • Wenn Sie schon vor Ihrem Prostatakrebs sportlich aktiv waren: Greifen Sie die Sportart wieder auf, die Ihnen schon immer Spaß gemacht hat.

D | Sozialleben – raus aus der Isolation!

Auch wenn Sie sich mit Ihrem Prostatakrebs manchmal am liebsten verkriechen möchten: Nehmen Sie bewusst am gesellschaftlichen Leben teil! Denn Familie,  Freunde und nette Bekannte spielen für die Gesundheit eine große Rolle. „Wie gut ich in soziale Netzwerke eingebunden bin, ist zum Beispiel viel wichtiger als die Frage, wie ich mich ernähre“, sagt Psychosomatik-Experte Professor Peter Henningsen von der TU München in einem Gespräch mit Spiegel Online. Und der Wissenschaftsjournalist Werner Bartens schreibt: „Wer sich jeden Tag missmutig ein paar Löffel kalt gepresstes Olivenöl einflößt, der wird davon keinen gesundheitlichen Nutzen haben.“ Viel besser sei es, einen Schweinebraten in geselliger Runde zu genießen. Tatsächlich haben zahlreiche Studien in den letzten Jahren nachgewiesen, dass ein intaktes Sozialleben gesund hält. Man kann es auch umgekehrt formulieren: Einsamkeit macht krank!

Prostata Hilfe Deutschland: Illustrationsbild - Fußballmannschaft

Fußball oder andere Sportart: Raus aus den eigenen vier Wänden! 
© PublicDomainArchifes/Pixabay.com

Einige Tipps, wie Sie am Sozialleben wieder teilnehmen:

  • Nehmen Sie sich jeden Tag etwas vor, das Ihnen Freude macht und Ihnen einen Energieschub verleiht! Verabreden Sie sich zum Beispiel mit Angehörigen oder Freuden zum Ausflug ins Grüne, einer Radtour, Kartenspielen am Abend oder einem guten Essen.
  • Überlegen Sie, welche Aktivitäten Ihnen vor Ihrer Prostatakrebs-Erkrankung Spaß gemacht haben: Gehen Sie zum Beispiel ins Kino, ein Rock- oder Klassikkonzert, Theater, Museum oder zu einer Literaturveranstaltung. Sie tun nicht nur etwas fürs soziale Miteinander, sondern auch noch etwas für Ihren Geist. Gegen ein anschließendes Glas Wein oder Bier in netter Gesellschaft spricht übrigens nichts!
  • Gehen Sie in einen Sportverein oder ein gut betreutes Fitnessstudio! Sport holt jeden Menschen aus der sozialen Isolation heraus. Es gibt verschiedenste Sportarten, die sich bei Prostatakrebs auswirken, allen voran Ausdauersport. Aber auch Ballsportarten, bei denen die Mannschaft zählt, fördern das Gemeinschaftserlebnis. Viele Vereine bieten auch Sportangebote für (ehemalige) Krebskranke.
  • Auch ein ehrenamtliches Engagement fördert den Teamgeist. Es sorgt dafür, dass Sie sich gebraucht fühlen und nicht alleine in Ihren vier Wänden sitzen. Sie tun anderen etwas Gutes, was schließlich auch Ihr Wohlgefühl und Selbstwertgefühl stärken kann. Sie können sich in Selbsthilfegruppen für Prostatakrebs (oder andere Krebsarten) engagieren, aber auch in Organisationen, die nichts Krankheiten zu tun haben. Die Auswahl an Angeboten ist groß! Überlegen Sie, welche Art von Tätigkeit Ihnen gefallen könnte. Vielleicht müssen Sie sich zunächst einen kleinen Schubs geben. Ist der Anfang jedoch einmal gemacht, empfinden viele das Engagement für andere als sehr sinnstiftend und erfüllend.

E | Nachsorge – darum ist sie wichtig!

Die Nachsorge bei Prostatakrebs ist enorm wichtig. Auch wenn die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nervenaufreibend und zeitraubend sind: Ihr Arzt erkennt einen möglichen Rückfall (Rezidiv) rechtzeitig und kann schnell einschreiten! Lesen sie, wie oft Sie zur Nachsorge gehen sollten, welche Untersuchungen er vornimmt und wie er Folgen der Krebtherapien behandelt, etwa eine Inkontinenz, Erektile Dysfunktion oder Fatigue.

Prostata Hilfe Deutschland: Illustrationsbild - Nachsorge bei Prostatakrebs: regelmäig zum Arzt gehen!

Nachsorge bei Prostatakrebs: regelmäßig zum Arzt gehen!

F | Gesundheits-Apps und Krebs-Apps

Mehr als 100.000 Gesundheits-Apps sind auf dem Markt. Bei ihnen dreht sich alles um die Gesundheit, das Wohlbefinden und das Vorbeugen von Erkrankungen. Aber auch Krebspatienten profitieren von den digitalen Helfern fürs Smartphone.

Die Krankheit macht mir Angst – was tun?
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Die Diagnose Krebs verändert das Leben von Betroffenen ganz gravierend. Viele brauchen professionelle Hilfe, um den Schock zu verarbeiten.

Früherkennung – was soll ich denn da?
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Jährlich erkranken in Deutschland rund 65.000 Männer an Prostatakrebs – Tendenz steigend. Informieren Sie sich über Früherkennungs-Untersuchungen, um eine bewusste Entscheidung treffen zu können.

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