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Früherkennung von Prostatakrebs: »Männer aus dem Winterschlaf erwecken«

31. Mai 2021 | von Ingrid Müller

Den Gedanken an Prostatakrebs schieben viele Männer schnell beiseite. Das möchte Frank Hoffmann* - selbst daran erkrankt - jetzt ändern. Im Interview erzählt er, wie er viele Jahre zur Krebsvorsorge ging, warum er sich gegen Prostatakrebs gut gewappnet fühlte, was sein Arzt hätte besser machen können und wie es gelingen kann, schläfrige Männer wachzurütteln. Interview von Ingrid Müller

Krebsfrüherkennung: »Besser in den Männerköpfen verankern«

Herr Hoffmann*, Sie haben uns eine Nachricht geschickt, in der stand: »Prostatakrebs ganz weit weg und doch so nah...« Wie kam es dazu?

Ich möchte die Männer ganz einfach wachrütteln! Denn die meisten denken ja, Prostatakrebs ginge sie überhaupt nichts an, obwohl jedes Jahr so viele daran erkranken. Sie brauchen sich ja nur mal in Ihrem Umfeld umzuhören – da sind vermutlich mehr Männer mit einem Tumor in der Prostata unterwegs als sie glauben. 

Aber Männer informieren sich erst über die Krebsvorsorge und Prostatakrebs, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wer geht schon einfach so auf die Webseiten der Deutschen Krebsgesellschaft, des Deutschen Krebsforschungszentrums oder kennt sie überhaupt? Aber genau das ist falsch! Dieses schläfrige Verhalten der Männer in Sachen Prostatakrebsvorsorge müssen wir unbedingt aufbrechen.

Wen meinen Sie genau mit „Wir“?

Na, uns alle natürlich! Die Männer, die Medien, die Krebsorganisationen, die Ärzte.

Und welchen Vorschlag hätten Sie?

Ganz einfach: Schon, wenn ein Mann morgens seinen PC öffnet – und das machen ja fast alle – dann müsste auf dem Bildschirm ein Hinweis erscheinen wie dieser: ‚Vielleicht ist es mit dem Sex vorbei, wenn Du an Prostatakrebs erkrankst. Und womöglich musst Du eine Zeit lang Windeln tragen – also geh´ jetzt zur Krebsvorsorge!`

Wollen Sie den Männern jetzt Angst machen?

Nein, keineswegs, aber ein Stück weit mit der Realität konfrontieren. Die meisten Männer schieben nämlich die Gefahr, dass sie an Prostatakrebs erkranken könnten, sehr schnell beiseite. Sie denken, es trifft nicht sie selbst, sondern immer nur die anderen. Sex und Inkontinenz – das sind für Männer auf jeden Fall Reizwörter, die vermutlich eher zu ihnen vordringen und sich besser im Kopf verankern. Ich vermute, da wird jeder Mann sofort hellwach.

Ich jedenfalls glaube das sofort...

Es ist doch bekannt, dass ein früh entdeckter Prostatakrebs besser heilbar ist und auch die Behandlungen nicht so einschneidend ausfallen -  im wahrsten Sinn des Wortes. Man bräuchte dann keine riesige Op, sondern könnte den Tumor viel behutsamer entfernen. Somit fallen auch mögliche Folgen der Prostata-Operation wie eine Inkontinenz und Erektionsstörungen weniger gravierend aus. Oder sie kommen erst gar nicht vor. Und das will ich anderen Männern klarmachen.  

Krebsfrüherkennung

Lesen Sie alles über die Krebsvorsorge, die die Untersuchungen ablaufen und wie ausagekräftig die Ergebnisse sind

Ihre Geschlechtsgenossen liegen Ihnen offenbar sehr am Herzen. Warum?

Aufgrund meiner eigenen Geschichte. Und wegen der Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Erst Anfang April dieses Jahres habe ich die Diagnose Prostatakrebs bekommen. Und das, obwohl ich seit 15 Jahren regelmäßig einmal im Jahr bei der Krebsvorsorge war. Ich wusste, dass ich ein Risiko für Prostatakrebs in mir trage – mein Vater ist ebenfalls daran erkrankt. In unserer Familie liegt die Krebsgefahr also in den Genen.

Dennoch waren Sie überzeugt davon, ein Prostatakrebs könne Ihnen nichts anhaben.

Genau. Ich war nämlich der Annahme, dass ein Tumor in der Prostata im Rahmen der regelmäßigen Vorsorge schon rechtzeitig entdeckt und dann unkompliziert behandelt würde. Aber die Methoden, etwa die Tastuntersuchung und der PSA-Test, sind oft nicht empfindlich genug. Jedenfalls waren sie es bei mir nicht. Meine PSA-Werte lagen zwischen drei und vier, also weitgehend normal für ein Alter von 60 Jahren und aufwärts. Auch mein Urologe war nicht besorgt und fand, sie bewegten sich im Rahmen. Ich habe meinen PSA-Wert über viele Jahre hinweg regelmäßig kontrollieren lassen und auch die 'Hafenrundfahrt'  - das Betasten der Prostata – routiniert absolviert.

Sie schreiben, Sie seien ganz entspannt gewesen, hätten sich gesund gefühlt und keine Symptome gehabt – aber dann kam es anders.

Ich hatte keinen unnötigen Harndrang, kein drückendes Wasserlassen und musste auch nachts nicht aufstehen. Kurzum: Ich fühlte mich sauwohl! Dennoch stellte mein Urologe eines Tages einen erhöhten PSA-Wert von acht fest.  ‚Vergiss es‘, dachte ich mir, ‚du bist ja vor der Messung viele Kilometer Rad gefahren und Sex hattest du auch noch‘. 

Dass diese Faktoren das PSA-Bild verfälschen können, war mir bekannt. Ich hatte nachgelesen, dass der PSA-Wert unter anderem aus diesen Gründen schwanken kann. Mein Arzt hat mich übrigens nie darauf hingewiesen. Und vier Wochen später lag der das PSA ja auch wieder im grünen Bereich. Alles gut also - bis zum November letztens Jahres, als der PSA-Wert erneut auf mehr als vier und im folgenden Januar schließlich auf über fünf geklettert war. Diesmal interpretierte ich die Werte als mögliche Fehlmessungen im Labor.

PSA-Wert

Lesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum PSA-Wert, warum er erhöht sein kann, was ein risikodaptierter PSA-Test ist und wie Sie Ihre PSA-Werte richtig lesen.

Aber Ihr Urologe nicht – er schlug  Ihnen stattdessen eine Biopsie vor.

Anfangs habe ich seinen Ratschlag, jetzt Gewebe aus der Prostata entnehmen zu lassen, nicht ganz ernst genommen. Ich glaubte, er wolle sicher nur Geld verdienen und es käme ohnehin nichts dabei heraus. Heute bin ich ihm dankbar für den Hinweis. Ich ließ die Prozedur über mich ergehen mit dem Ziel, endlich Gewissheit zu haben. Ein Radiologe erklärte mir kürzlich, man könne eine Biopsie mit dem Versuch vergleichen, in einem großen Heuhaufen eine winzige Möhre mit einer Forke zu treffen. Es ist eine ungenaue Methode, ein Stochern fast. Winzige Karzinome sind so nicht erkennbar. Und bei einem negativen Ergebnis wird gesundes Gewebe in der Prostata verletzt.

Dann kam Ihr Ergebnis.

Ja, an einem wunderschönen Tag. Ich bin gerade mit meiner Frau Fahrrad gefahren, die Vögel zwitscherten und die Sonne schien.  Was der Arzt mir am Telefon sagte, war dann allerdings ziemlich niederschmetternd: In vier von sechs Proben hat der Pathologe Krebszellen gefunden. Chirurgen der Urologie stuften meinen Prostatakrebs als Hochrisiko-Tumor ein, weil in einer Probe ein hoher Gleason-Score nachweisbar war. 

Laut Befund habe ich an einer Stelle, wenn auch nur zu einem geringen Prozentsatz der Probe, einen nicht ganz ungefährlichen Prostatakrebs. Dieser würde bestimmt schon seit zehn Jahren wachsen, sagten mir die Experten. Ich war baff und vollkommen erstaunt über das Ergebnis. Denn ich bin ja regelmäßig bei der Prostatavorsorge gewesen und hatte somit ein sicheres Gefühl gehabt. Ich nahm an, es könne mich nicht treffen - und wenn, dann sei der Prostatakrebs noch klein und würde rechtzeigt erkannt.

Wenn ich Ihnen so zuhöre, dann haben Sie die Diagnose erstaunlich nüchtern und sachlich aufgenommen.

Das könnte sein. Es liegt vermutlich daran, dass bei mir vor einigen Jahren schon einmal bei einer Routineuntersuchung drei Tumore in der Lunge festgestellt wurden. Eventueller Lungenkrebs, so die Diagnose. Damals habe ich wirklich geweint und war außer mir vor Verzweiflung. Es war – wie jetzt auch – ein Freitag. In meinem Beruf habe ich gelernt, dass an diesem Wochentag immer das Schlimmste auf den Tisch kommt. Im Nachhinein stellten sich die Tumoren als harmlose Vernarbungen heraus. Ihre Größe lasse ich aber nach wie vor sporadisch kontrollieren. Der Schreck von damals hat mich vermutlich in bisschen abgehärtet oder vorbereitet, wenn Sie so wollen.

Was hat Ihnen Ihr Arzt zu den Therapien gesagt, die jetzt möglich sind?

Mein Urologe beruhigte mich zuerst und erklärte mir, die Heilungschancen bei Prostatakrebs stünden gut. Sie lägen bei mehr als 90 Prozent. Ich gehe davon aus, dass dies auch bei mir so ist. Dann sagte er mir, dass eine Operation mit einem Roboter oder eine gezielte Bestrahlung – beides sind schulmedizinisch empfohlenen Therapien - mein Problem lösen können. Allerdings sei danach vielleicht mein Liebesleben beeinträchtigt und ich müsste mit einer möglichen Inkontinenz rechnen. Die Vorstellung aber, zum ‚Tropfer‘ zu werden und zukünftig den Sex vergessen zu können, die klang für mich nicht wirklich prickelnd. Es war Ostern, es regnete und so studierte ich selbst das Internet. Ich recherchierte alle Behandlungs- und alternative Therapiemöglichkeiten.

Therapien bei Prostatakrebs

Erfahren Sie alle Behandlungsmögliichkeiten bei Prostatakrebs - von Abwarten und Beobachten bis Prostata-Op. Außerdem: Warum eine Zweitmeinung sinnvoll ist, was Shared Decision Making bedeutet und wie Sie die richtige Klinik finden!

Viele Menschen fragen - wie Sie - nach einer Diagnose zunächst Dr. Google. Worauf sind Sie gestoßen?

Ich las, dass eine HIFU-Behandlung mittels Ultraschall deutlich weniger Nebenwirkungen haben soll. Sie behandelt nur den Tumor ganz gezielt. Außerdem können Ärzte die HIFU wiederholen und auch später noch problemlos eine Total-Op durchführen – beides immer, falls nötig. Das war mir deutlich sympathischer also die Roboter-Op, bei der die gesamte Prostata einschließlich aller Lymphknoten herausoperiert wird.

Wie sind Sie dann weiter vorgegangen?

Ich kontaktierte insgesamt sieben Kliniken, die diese Behandlung anboten – dank Corona trafen wir uns in Telefon- und Videokonferenzen, was übrigens völlig problemlos war. Und dann, ein paar Tage später,  kam schon der nächste Dämpfer: Alle Ärzte rieten mir von der HIFU und anderen fokalen Therapien ab, bei denen nur Teilbereiche der Prostata behandelt werden. Sie wären weitaus schonender für mich gewesen. Aber die Ärzte erklärten mir übereinstimmend: ‚Die Prostata muss raus!‘

Wieso sahen Ärzte die radikale Prostatektomie als einzige Möglichkeit an?

Der Grund war die eine Probe mit den aggressiven Krebszellen. Der hohe Gleason-Score sei zu riskant. Und für eine fokale Behandlung sei ich schlichtweg zu spät dran. Außerdem zeigten die Biopsieproben, dass sich der Tumor über die ganze Prostata ausgebreitet hat. Da dachte ich bei mir: ‚Wie bitte? Zu spät? Trotz jahrelanger regelmäßiger Vorsorge‘? Die vielen Fragezeichen in meinem Kopf können Sie sich sicher vorstellen. Für mich bleibt jetzt also nur die Totaloperation. Und vielleicht folgt auch noch eine Bestrahlung, aber das muss ich erst abwarten.  

Sie haben sich die Frage gestellt, was bei Ihnen falsch gelaufen ist. Eine Antwort war, dass Sie vielleicht zu „blauäugig“ gewesen seien.

Ja, ich hätte mich früher informieren und überlegen müssen: Was tue ich, wenn…? Dann wäre ich besser vorbereitet gewesen und hätte selbstbestimmt handeln können. Vermutlich habe ich mich zu sehr auf die Ärzte verlassen. Bis zur Diagnose war ich fest davon überzeugt, dass ein früh entdeckter Prostatakrebs automatisch ein geringes Risiko für mich bedeutet, weil man ihn schnell und sanfter behandeln kann. Kurzgesagt: Früh entdeckt – keine Riesen-Op. Heute weiß ich, dass diese Möglichkeiten der Prostatakrebsvorsorge bei mir definitiv nicht ausgereicht haben.

Welche Informationen haben Sie heute, die Sie damals nicht hatten?

Man kann heute zum Beispiel mit Hilfe eines DNA-Tests eine bestimmte Veranlagung für Prostatakrebs nachweisen, und zwar schon bevor der Krebs ausbricht. Das ist ähnlich wie bei Frauen, die aufgrund eines Gen-Defektes ein erhöhtes Risiko für Brust- und Eierstockkrebs haben. Diese Information hätte mir sehr geholfen. Genauso wie das Wissen, dass es die Möglichkeit einer multiparametrischen MRT gibt. Das ist eine besondere Art der Magnetresonanztomografie. Damit können Ärzte schon sehr kleine Tumoren in der Prostata ausfindig machen und sie dann ambulant entfernen. Morgens in die Klink - nachmittags wieder zu Hause!

Diese Untersuchungen müssen Männer aber oft selbst bezahlen – sie sind in vielen Fällen keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Das stimmt zwar, aber ich hätte die Untersuchungen trotzdem gemacht. Und ich hätte auch die Kosten auf mich genommen, wenn ich diese Informationen gehabt hätte. Für mich wäre das Geld gut angelegt gewesen. Wenn jemand stattdessen lieber in einen Flug nach Mallorca oder ein neues Smartphone investiert, dann ist dies seine persönliche Entscheidung.

Prostatakrebs erkennen

Lesen Sie, warum Männer den PSA-Test weiterhin selbst zahlen müssen, wie eine mpMRT funktioniert und wie sich Ärzte diese Methode bei der Biopsie zunutze machen.

Machen Sie Ihrem Arzt einen Vorwurf deswegen?

Mein Urologe, der auch schon meinen Vater behandelt hat, hätte mir eigentlich von diesen Möglichkeiten erzählen müssen. Er hätte mir auch klar und deutlich erklären müssen, dass schwankende und steigende PSA-Werte ein eindeutiges Indiz für Prostatakrebs sind. Dies hat mein Arzt leider versäumt. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm das wirklich ankreide. Er genießt aber dennoch weiter mein Vertrauen. 

Vielleicht war er auch nicht ganz auf dem aktuellen Wissenstand – dann müsste sich das dringend ändern. Ich plädiere jedenfalls dafür, dass Ärzte jeden Mann über sämtliche Früherkennungsmethoden informieren und über die Vor- und Nachteile aufklären. Dann können sie anschließend selbst entscheiden, welche Möglichkeiten sie wahrnehmen und welche nicht. Im Zweifelsfall eben auch auf eigene Kosten.

Ihre Geschichte solle für andere Männer eine Warnung sein, schreiben Sie. Prostatakrebs sei mitnichten ganz weit weg.

Ich glaube, vielen Männer ist es nicht klar, dass Prostatakrebs so oft vorkommt und auch sie vielleicht eines Tages an der Reihe sein könnten. Wie viele Männer die Erkrankung betrifft, davon konnte ich mir vor einigen Tagen beim Op-Vorgespräch in der Klinik ein ungefähres Bild machen. Dort sind gleich 24 Männer mit ihren Taschen und Köfferchen eingezogen. Sie merken, ich stelle mir lieber ein Wellnesshotel vor, in das ich Anfang Juni übrigens ebenfalls einziehen werde. Und ihnen allen wird – wie mir auch - die Prostata entfernt. Das hätte in dem einen oder anderen Fall vielleicht nicht sein müssen.

Hatten Sie Erfolg mit Ihrer Aufweckaktion?

Ich glaube schon. Sechs meiner Freunde und Bekannten sind aufgrund meiner Geschichte sofort zum Arzt marschiert. Ich habe also einige aufgeweckt aus dem Winterschlaf. Wenn es um die Geschlechtsteile geht, sind Männer offenbar anders gestrickt als Frauen, für die die Krebsvorsorge viel selbstverständlicher ist. Früher gingen Menschen auch nur zum Zahnarzt, um sich ein Gebiss zu holen. Das hat sich heute glücklicherweise geändert. Wir müssen also mehr aufklären, besser kommunizieren und viele Gespräche miteinander führen. Und Männer müssen ‚nervig‘ gegenüber ihren Ärzten und auch gegenüber sich selbst sein, wenn sie etwas wissen möchten.

Eine bessere Information der Männer für bessere Entscheidungen, das ist die eine Seite. Sie fordern aber noch mehr, und zwar vom gesamten Gesundheitswesen.

Ja, das alles reicht nämlich nicht! Ich appelliere vor allem an die Krankenkassen, die modernsten Vorsorgeuntersuchungen von den Urologen zu fordern - und nicht weiterhin nur jene, die ihnen die Schulmedizin seit Jahren vorgibt. Wenn die gesetzlichen Krankenkassen Geld einsparen und ihre zahlenden Mitglieder schützen wollen, müssen mögliche Anpassungen hierbei schneller umgesetzt werden. Es ist doch keinesfalls zu begreifen, dass man viel Geld für PSA-, Tast- und Ultraschalluntersuchungen, Biopsien mit nachfolgenden Total-OPs und anschließenden Rehamaßnahmen ausgibt, obwohl beispielsweise ein MRT heute schnell, günstig und im Frühstadium Karzinome nachweisen kann.

Hier hat sich gerade etwas getan, denn in den neu aktualisierten Leitlinien zu Prostatakrebs spielt das MRT bei der Diagnostik jetzt eine größere Rolle. Aber zurück zu Ihnen: Wenn Sie in die Zukunft schauen - wie sehen Sie selbst den kommenden Wochen entgegen?

Im Grunde positiv, entspannt und auch realistisch. Der Roboter und der Arzt, die werden das hoffentlich richten. Dennoch ärgert es mich, dass das ‚große Besteck‘ auf mich zukommt. All das wäre aus meiner Sicht nicht nötig gewesen. Ich denke aber, dass es für mich erledigt sein wird, wenn die Prostata entfernt ist. Jedenfalls habe ich die Hoffnung, dass ich aus der Krebsgeschichte verspätet, aber dennoch mit überschaubaren Blessuren rauskomme. Ich bin also zuversichtlich, dass ich meine ursprünglichen Pläne nach der Corona-Pandemie - und der Prostata-Op obendrein - endlich umsetzen kann. Ich habe noch einiges vor!

Das Interview führte Ingrid Müller.

* Name von der Redaktion geändert – unser Interviewpartner möchte anonym bleiben.